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Ergebnisse Zensus 2022

Methodik und Durchführung

Der Zensus 2022 ist eines der wichtigsten Großprojekte der Statistischen Ämter des Bundes und der Länder. Gemeinsam ermitteln die statistischen Ämter die amtliche Bevölkerungszahl und tief gegliederte Daten zu Bevölkerung, Haushalten, Gebäuden und Wohnungen zum Stichtag 15. Mai 2022. Der Zensus 2022 beantwortet damit wichtige Fragen der Politik und Gesellschaft. Seine Ergebnisse liefern die Grundlage für gesellschafts- und finanzpolitische Entscheidungen und Planungen.

Beim Zensus 2022 kam – wie schon beim Zensus 2011 – ein von den Statistischen Ämtern des Bundes und der Länder entwickeltes Verfahren zum Einsatz, das als registergestützter Zensus bezeichnet wird. Das bedeutet, es müssen nicht wie bei einer traditionellen Volkszählung alle Bürgerinnen und Bürger befragt werden, da die meisten Daten bereits in den Registern der Verwaltung vorliegen, etwa im Einwohnermeldeamt.

Zur Ermittlung der Bevölkerungszahl sowie von Informationen z. B. zu Erwerbsbeteiligung und Bildung wurde zusätzlich eine Haushaltebefragung bei rund 10 % der Bevölkerung durchgeführt. Eine weitere Befragung betrifft Wohnheime (wie Studierendenwohnheime) und Gemeinschaftsunterkünfte (Alten-/Pflegeheime und Kinder-/Jugendheime). Die Koordination dieser Personenbefragungen erfolgte durch 38 in ganz Sachsen-Anhalt verteilte kommunale Erhebungsstellen. Deren Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter organisierten die Datenerhebung vor Ort. Dazu gehörte auch das Gewinnen und Betreuen von fast 2 300 Interviewerinnen und Interviewern. Bei den Haushaltebefragungen wurden in Sachsen-Anhalt ca. 260 000 Personen an knapp 69 000 Anschriften befragt und von deren Daten erhoben. An Anschriften mit Gemeinschaftsunterkünften gaben rund 1 500 Einrichtungsleitungen Auskunft über die dort lebenden Bewohnerinnen und Bewohner.

Da es in Deutschland kein flächendeckendes Register gibt, um Gebäude- und Wohnungsmerkmale für die amtliche Statistik bereitzustellen, wurden diese im Rahmen der Gebäude- und Wohnungszählung als Vollerhebung ermittelt. In Sachsen-Anhalt wurden im Rahmen der Gebäude- und Wohnungszählung ca. 610 000 Fragebogen der Eigentümerinnen und Eigentümer von Gebäuden mit Wohnraum bzw. deren Verwaltungen verarbeitet. Die Gebäude- und Wohnungszählung stellt Daten zur aktuellen Gebäude- und Wohnungsstruktur bereit, die der Politik, den Kommunen, der Wissenschaft und der Wirtschaft als Grundlage für Maßnahmen in der Wohnungspolitik, Städtebauförderung und kommunalen Wärmeplanung dienen. Durch die Ergebnisse der Gebäude- und Wohnungszählung ist es erstmalig möglich, einen flächendeckenden und bundesweiten Überblick über die durchschnittlichen Nettokaltmieten, die Dauer und die Gründe für Leerstände sowie zum Energieträger der Heizung zu gewinnen.

Nach Aufbereitung und Qualitätssicherung der Daten (Nähere Informationen dazu unter
www.zensus2022.de) sind die Ergebnisse des Zensus 2022 veröffentlicht und verfügbar. Die Bereitstellung der Ergebnisse des Zensus 2022 in der Zensusdatenbank erfolgt gestaffelt, um eine schnellstmögliche Verfügbarkeit der ersten Ergebnisse gewährleisten zu können, während weitere Veröffentlichungen bearbeitet werden.

Bevölkerung in Sachsen-Anhalt

Am Zensusstichtag 15.05.2022 lebten 2 146 443 Menschen in Sachsen-Anhalt, wie das Statistische Landesamt Sachsen-Anhalt mitteilt. Im Vergleich zur Bevölkerungsfortschreibung auf Basis des Zensus 2011 (2 186 227 Einwohnerinnen und Einwohner zum Stand 30.06.2022) lebten demnach
1,8 % weniger Menschen im Land (-39 784).

1/4 der Sachsen-Anhalterinnen und Sachsen-Anhalter (544 041) lebten in den 3 kreisfreien Städten. In der Landeshauptstadt Magdeburg waren es 241 517, in Halle (Saale) 226 586 und in Dessau-Roßlau 75 938. 27,6 % der Menschen lebten in Gemeinden mit weniger als 10 000 Einwohnerinnen und Einwohnern. Zu den kleinsten Gemeinden in Sachsen-Anhalt gehörten Bornstedt (792), Beendorf (791)
und Iden (743).

Interaktive Sachsen-Anhalt-Karte mit Auswahl der Gebietsebene

Die dargestellte Alterspyramide zeigt die Verteilung der Bevölkerung nach Alter und Geschlecht in Sachsen-Anhalt, wobei das Alter einer Person als das vollendete Lebensjahr zum Stichtag bezeichnet wird. Es werden die Altersjahre von 0 bis 100 Jahren nach Geschlecht getrennt für die absolute Bevölkerungszahl dargestellt.

Am 15. Mai 2022 betrug das durchschnittliche Alter in Sachsen-Anhalt 47,7 Jahre, während es beim vorherigen Zensus 2011 bei 46,2 Jahren lag.

Gebäude und Wohnungen in Sachsen-Anhalt

Am Zensusstichtag, dem 15. Mai 2022, gab es in Sachsen-Anhalt 593 737 Gebäude mit Wohnraum mit zusammen 1 263 371 Wohnungen. Das sind 12 863 mehr Gebäude und 26 510 weniger Wohnungen als im Zensus 2011 ermittelt wurden. 97,9 % der im Zensus 2022 ermittelten Gebäude waren Wohngebäude, bei den übrigen Gebäuden handelte es sich um Wohnheime mit eigener Haushaltsführung (z. B. für Studierende) sowie sonstige Gebäude, bei denen der Großteil des Gebäudes gewerblich und nur ein Teil für Wohnzwecke genutzt wird.

Die durchschnittliche Wohnfläche in Sachsen-Anhalt betrug rund 84,0 m², damit lag sie unter der durchschnittlichen Wohnfläche in Deutschland von 94,4 m².

Die durchschnittliche Nettokaltmiete bei den vermieteten Wohnungen in Wohngebäuden betrug
5,38 EUR/m². Damit lag Sachsen-Anhalt unter dem Bundesschnitt in Höhe von 7,28 EUR/m².

Insgesamt gab es in Sachsen-Anhalt laut Zensus 2022 über 1 229 000 Wohnungen in Wohngebäuden ohne Wohnheime. 108 Wohnungsgenossenschaften bewirtschafteten davon etwa 153 700 Wohnungen (12,5 %) und damit ebenso viele Wohnungen wie kommunale Wohnungsunternehmen (12,5 %), wie das Statistische Landesamt anlässlich des Tages der Genossenschaften am 6. Juli mitteilt. Weitere ca. 73 100 Wohnungen (6,0 %) waren in Eigentümerschaft privatwirtschaftlicher Wohnungsunternehmen.

Damit wurden zusammen 31,0 % aller Wohnungen von Unternehmen der Wohnungswirtschaft bewirtschaftet. Dies waren deutlich mehr als im gesamtdeutschen Durchschnitt (17,7 %). Im Vergleich zum Zensus 2011 war der Anteil der Wohnungen in Besitz der Wohnungswirtschaft an allen Wohnungen 2022 jedoch geringer (2011: 31,9 %).

Interaktive Sachsen-Anhalt-Karte: Anteil der Wohnungen in Eigentümerschaft einer Wohnungsgenossenschaft in %

Der Zensus 2022 stellt erstmalig auch Daten zum Energieträger der Heizung bereit. Die Wohnungen in Wohngebäuden (ohne Wohnheime) in Sachsen-Anhalt wurden zum größten Teil mit Gas beheizt (53,4 % aller Wohnungen). Danach folgten Fernwärme (25,4 %) und Heizöl (12,6 %). Außerdem wurden 2,5 % der Wohnungen in Sachsen-Anhalt mit Holz/Holzpellets, 1,9 % mittels Solar-/Geothermie/Wärmepumpen sowie rund 0,1 % durch Biomasse (ohne Holz)/ Biogas beheizt.

Fernwärme ist vor allem in den kreisfreien Städte Landeshauptstadt Magdeburg und Halle (Saale) mit einem Anteil von 43,6 % und 47,7 % der häufigste Energieträger der Heizung auf Wohnungsebene.

 

In Sachsen-Anhalt standen laut Zensus 2022 rund 8,9 % aller Wohnungen in Wohngebäuden (ohne Wohnheime) leer. Abzüglich der Leerstände, die dem Wohnungsmarkt z. B. auf Grund längerfristiger Sanierungsarbeiten oder geplanter Abrisse nicht zur Verfügung standen, betrug die sogenannte marktaktive Leerstandsquote 3,7 %.

Ziel der im Rahmen des Zensus 2022 durchgeführten Gebäude- und Wohnungszählung ist die flächendeckende und vollzählige Erfassung aller Gebäude mit Wohnraum, von bewohnten Unterkünften sowie den darin befindlichen Wohnungen. Erhoben wurden u. a. Angaben zu Baujahr, Heizungsart, Wohnfläche, Nettokaltmiete, Energieträger der Heizung sowie Dauer und Gründe eines Leerstands. Die Ergebnisse bilden eine wichtige Grundlage für wohnungspolitische Entscheidungen und Maßnahmen in der Raumplanung. 

Die Ergebnisse des Zensus 2022 für Sachsen-Anhalt sowie für die kreisfreien Städte, Landkreise und Gemeinden, sind auf der Internetseite des Statistischen Landesamtes Sachsen-Anhalt veröffentlicht. Zudem können beim Statistischen Bundesamt (destatis) unter www.zensus2022.de Daten für die gesamte Bundesrepublik abgerufen werden.

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