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15.09.2022 - Zensus 2022 in Sachsen-Anhalt: Versand der Mahnbescheide beginnt

Zur Gebäude- und Wohnungszählung sind in Sachsen-Anhalt bereits etwa 566 000 Meldungen eingegangen, wie das Statistische Landesamt Sachsen-Anhalt mitteilt. Ab heute werden ca. 39 000 Mahnbescheide an Eigentümerinnen und Eigentümer von Wohneigentum in Sachsen-Anhalt versendet, die den Fragebogen zur Gebäude- und Wohnungszählung bislang noch nicht beantwortet haben. Wer vom Statistischen Landesamt Sachsen-Anhalt einen solchen Bescheid erhält, sollte die Meldung zur Gebäude- und Wohnungszählung innerhalb einer Frist von 2 Wochen nach Zustellung vornehmen. Dadurch wird vermieden, dass im weiteren Verfahren das Zwangsgeld festgesetzt wird.

Auskunftspflichtigen Personen stehen verschiedene Meldewege offen, um den Fragebogen zur Gebäude- und Wohnungszählung zu beantworten: Die Meldung kann online, per Papierfragenbogen oder telefonisch an der Zensus-Hotline unter der Rufnummer 0345 6849 6444 (Montag bis Freitag von 7 - 21 Uhr und Samstag 9 - 16 Uhr) erfolgen. Papierfragebogen können an der Zensus-Hotline auch außerhalb der angegebenen Erreichbarkeiten erneut angefordert werden.

An der Zensus-Hotline wurden bislang ca. 135 000 Anrufe registriert. Sollte es aufgrund eines hohen Anrufaufkommens zu längeren Wartezeiten kommen, bittet das Statistische Landesamt Sachsen-Anhalt die Anrufenden um Geduld. Alternativ können sich die Auskunftspflichtigen in diesen Fällen auch über das Kontaktformular auf www.zensus2022.de/kontakt direkt an das Statistische Landesamt Sachsen-Anhalt wenden.

Bei Bürgerinnen und Bürgern, die erst nach Ablauf der im Erinnerungsschreiben genannten Frist gemeldet haben, hat sich der Eingang des Fragebogens vermutlich mit dem Versand des Mahnschreibens überschnitten. In diesem Fall kann das Schreiben als gegenstandlos betrachtet werden. Bestehen Zweifel, ob der Fragebogen eingegangen ist, können sich Befragte gern an die Zensus-Hotline wenden. Für den Fall, dass Befragte Mahnschreiben mit veralteten oder falschen Angaben erhalten, bittet das Statistische Landesamt darum, diese direkt im Fragebogen der Gebäude- und Wohnungszählung zu korrigieren, um eine zügige Verarbeitung der Korrekturen zu gewährleisten.

Die Verwaltungsdaten, die den Statistischen Ämtern des Bundes und der Länder für die Recherche von Eigentümerinnen und Eigentümern zur Verfügung stehen, sind nicht in allen Fällen aktuell. Im Fragebogen können z. B. neue Eigentümerinnen und Eigentümer angegeben werden. Es kann auch mitgeteilt werden, dass die angeschriebene Person bereits verstorben oder die Objektanschrift gänzlich unbekannt ist. Im bisherigen Erhebungsverlauf konnten dank der Rückmeldungen der Auskunftspflichtigen ca. 26 000 neue Eigentümerinnen und Eigentümer ermittelt und zur Gebäude- und Wohnungszählung befragt werden.

In der Gebäude- und Wohnungszählung werden die im Zensusgesetz 2022 festgelegten Erhebungs- und Hilfsmerkmale erfragt. Hierzu zählen u. a. Informationen auf Gebäudeebene wie
z. B. Gebäude- und Heizungsart, Baujahr und die Anzahl der Wohnungen im Gebäude. Weiter erfragt werden auf Wohnungsebene (je Wohnung) u. a. Wohnfläche, Raumzahl, Nutzungsart und Nettokaltmiete. Diese Erhebung liefert kleinräumig wichtige Planungsgrundlagen für den Wohnungsbau, aber auch für die Energiewende. Daher ist es für die Qualität der Daten unerlässlich, dass möglichst alle Eigentümerinnen und Eigentümer Ihrer Auskunftspflicht zur Gebäude- und Wohnungszählung nachkommen.

Der Zensus 2022 – ein Großprojekt des Statistischen Verbundes

Der nächste Zensus wird aufgrund der Corona-Pandemie in das Jahr 2022 verschoben. Mit dem Inkrafttreten des Gesetzes zur Verschiebung des Zensus steht als neuer Stichtag der 15. Mai 2022 fest. Das Gesetz ist am 10. Dezember 2020 in Kraft getreten. Die Verschiebung erfolgt aufgrund der Einschränkungen durch die Corona-Pandemie, die auch die Vorbereitungen des Zensus in der öffentlichen Verwaltung betrafen. Ursprünglich sollte der Zensus im Jahr 2021 durchgeführt werden.

Vorbereitung des Zensus war durch Corona-Pandemie eingeschränkt

Die Arbeiten zur Vorbereitung der umfangreichsten statistischen Erhebung in Deutschland waren in Folge der Corona-Pandemie zeitweise nur eingeschränkt möglich. Beschäftigte vieler Kommunen und auch der statistischen Ämter wurden für andere Aufgaben wie die Unterstützung der Gesundheitsämter eingesetzt. Auch aktuell werden Beschäftigte aus der öffentlichen Verwaltung zum Beispiel wieder für die Kontaktnachverfolgung abgestellt.

Das Gros der Daten des Zensus wird zwar durch die Auswertung bestehender Quellen wie etwa der Melderegister gewonnen. Zur Erhebung von Informationen, die nicht in Registern verfügbar sind (beispielsweise zur Qualitätssicherung der Registerdaten), sind dennoch Vor-Ort-Befragungen erforderlich, deren Vorbereitung unter geltenden Pandemie-Bedingungen nicht möglich war. So konnten beispielsweise die vor Ort für die Befragung zuständigen Erhebungsstellen in Folge der Einschränkungen durch die Pandemie nicht wie geplant eingerichtet werden.

Mit dem anstehenden Zensus nimmt Deutschland an einer EU-weiten Zensusrunde teil, die seit 2011 alle zehn Jahre stattfindet. Die EU verpflichtet die Mitgliedstaaten zur Erfassung der amtlichen Bevölkerungszahlen sowie weiterer Zensusmerkmale. Um die Verpflichtungen für das von der EU geforderte Jahr 2021 zu erfüllen, werden die Ergebnisse des Zensus für die Lieferungen an die EU auf den 31. Dezember 2021 zurückgerechnet.

Mit dem Zensus wird ermittelt, wie viele Menschen in Deutschland leben, wie sie wohnen und arbeiten. Viele Entscheidungen in Bund, Ländern und Gemeinden beruhen auf Bevölkerungs- und Wohnungszahlen. Um verlässliche Basiszahlen für Planungen zu haben, ist eine regelmäßige Bestandsaufnahme der Bevölkerungszahl notwendig. In erster Linie werden hierfür Daten aus Verwaltungsregistern genutzt, sodass die Mehrheit der Bevölkerung keine Auskunft leisten muss. In Deutschland ist der Zensus eine registergestützte Bevölkerungszählung, die durch eine Stichprobe ergänzt und mit einer Gebäude- und Wohnungszählung kombiniert wird.

Quelle: www.zensus2022.de

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