Gesundheit

Gesundheitswesen

Die Ergebnisse der Krankenhausstatistik bilden die statistische Basis für viele gesundheitspolitische Entscheidungen des Bundes und der Länder und dienen den an der Krankenhausfinanzierung beteiligten Institutionen als Planungsgrundlage. Die Erhebung liefert wichtige Informationen über die Struktur der stationären Versorgung, über die Zusammenhänge zwischen Morbiditäts- und Kostenentwicklung im Krankenhausbereich sowie über die regionale Häufigkeit von Krankheitsarten. Sie dient damit letztlich auch der Wissenschaft und Forschung und trägt zur Information der Bevölkerung bei.

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Die Todesursachenstatistik ist mangels umfassender Morbiditätsstatistiken die am weitesten verbreitete Statistik zur Analyse der quantitativen Bedeutung einzelner Krankheiten. Aufgabe der Todesursachenstatistik ist es, eine Übersicht über die vorherrschenden Todesursachen einer Region zu geben. Aus den Ergebnissen werden Handlungsempfehlungen und Strategien z. B. für die Gesundheitspolitik und die epidemiologische Forschung abgeleitet. Im Kern geht es um die Frage, durch welche präventiven und medizinisch-kurativen Maßnahmen die Lebenserwartung und -qualität der Bevölkerung erhöht werden kann.

Die Statistik über Schwangerschaftsabbrüche ist eine vierteljährliche Totalerhebung, die vom Statistischen Bundesamt durchgeführt wird. Sie bietet einen Überblick über die Anzahl und die Entwicklung der Schwangerschaftsabbrüche. Nach Auswertung der Daten werden die Ergebnisse vom Statistischen Bundesamt den Statistischen Landesämtern zur Verfügung gestellt.

Zahlen auf einen Blick

MerkmalAnzahl
Sterbefälle
insgesamt 2016
31 453
Pflegebedürftige 
insgesamt 2015
99 119
Vollstationäre
Patienten und
Patientinnen in
Krankenhäusern 2016
611 641



Kurz und knapp

Verletzungen und Vergiftungen waren 2016 häufigste Todesursache bei den unter 35-Jährigen

In Sachsen-Anhalt waren 2016 Verletzungen und Vergiftungen mit 30,6 % die häufigste Todesursache bei den unter 35-Jährigen, zum überwiegenden Teil unfallbedingt (48 Verstorbene). Insgesamt verstarben in dieser Altersgruppe 192 männliche und 86 weibliche Personen, darunter jede 10. Person an einem Krebsleiden und jede/-r 13. an Krankheiten des Kreislaufsystems.

 

Wie das Statistische Landesamt Sachsen-Anhalt weiter mitteilt verstarben nach Ergebnissen der Todesursachenstatistik 15 701 Männer und 15 752 Frauen. Das waren insgesamt 916 Personen bzw. 2,8 % weniger als 2015.

 

Die Haupttodesursachenklasse stellten 2016 - wie auch in den Jahren zuvor - mit 43,4 % aller Todesfälle die Krankheiten des Kreislaufsystems. Daran starben insgesamt 6 162 Männer und 7 480 Frauen.

 

Allein an ischämischen Herzkrankheiten, wozu auch der Herzinfarkt zählt, verstarben 5 591 Personen. Herzinfarkt führte bei wesentlich mehr Männern (1 282 Sterbefälle) als Frauen (850 Sterbefälle) zum Tode. Dagegen waren von zerebrovaskulären Erkrankungen, wozu auch Schlaganfälle gerechnet werden, deutlich mehr Frauen (1 166 Sterbefälle) als Männer (799 Sterbefälle) betroffen.

 

Als zweithäufigste Todesursachenklasse waren die Tumoren mit 26,1 % (4 627 Männer, 3 752 Frauen) vertreten, darunter mit 25,3 % an allen Todesfällen die bösartigen Neubildungen („Krebs“).

 

Mit 1 586 Verstorbenen bzw. 5,0 % aller Sterbefälle folgten an 3. Stelle die Krankheiten des Atmungssystems. Krankheiten des Verdauungssystems waren Ursache für 1 519 Sterbefälle (4,8 % aller Todesfälle). Auffällig sind Leberkrankheiten, da der männliche Personenanteil aller an diesem Leiden Verstorbenen ((731 Sterbefälle) 2/3 ausmachte. Von den Krankheiten der Leber waren 7 von 10 alkoholbedingt.

 

Die Endokrinen, Ernährungs- und Stoffwechselkrankheiten folgten mit 1 454 Todesfällen bzw. 4,6 % aller Verstorbenen an 5. Stelle. Diese Klasse wurde insbesondere von der Todesursache Diabetes mellitus ("Zuckerkrankheit") mit 1 182 Verstorbenen geprägt.

 

Die Zahl derer, die an einem nichtnatürlichen Tod verstarben, sank leicht auf 1 177 Sterbefälle. Das entsprach einem Anteil von 3,7 % aller im Berichtsjahr Verstorbenen. Dabei erlagen mit 752 Sterbefällen deutlich mehr Männer als Frauen an Verletzungen und Vergiftungen.

 

Die Haupttodesursache in der Altersgruppe der über 75-Jährigen Männer und Frauen waren die Krankheiten des Kreislaufsystems mit 50,9 %, gefolgt von den Neubildungen mit 20,5 % und den Krankheiten der Atmungsorgane mit 5,1 %. Bei den unter 75-Jährigen waren hingegen die Neubildungen mit 37,7 % die Haupttodesursache. Erst an 2. Stelle folgten hier mit 27,4 % die Krankheiten des Kreislaufsystems. Mit einem Anteil von 7,6 % rangierten hier die Krankheiten des Verdauungssystems an 3. Stelle.

Weitere Informationen zum Thema Todesursachen sind im Internetangebot des Statistischen Landesamtes Sachsen-Anhalt verfügbar.

 

Pressemitteilung des Statistischen Landesamtes Sachsen-Anhalt vom 19.12.2018

Krankenhauskosten in den letzten 10 Jahren um 1/3 gestiegen

 

Die Kosten der stationären Krankenhausversorgung betrugen laut Angaben des Statistischen Landesamtes Sachsen-Anhalt im Jahr 2017 rund 2,6 Mrd. EUR. Das entsprach 2,9 % der Bundesausgaben (91,3 Mrd. EUR). 10 Jahre zuvor wurden in den Krankenhäusern Sachsen-Anhalts 1,9 Mrd. EUR ausgegeben. Das bedeutete einen Anstieg der stationären Krankenhauskosten um ca. 1/3 (33,0 %).

 

Umgerechnet auf 604 834 Patientinnen und Patienten, die 2017 vollstationär im Krankenhaus behandelt wurden, lagen die stationären Krankenhauskosten je Fall bei durchschnittlich 4 274 EUR und damit um 3,2 % höher als im Jahr zuvor (4 141 EUR) und 27,7 % höher als im Berichtsjahr 2007 (3 355 EUR). Über den gesamten Zeitraum der letzten 10 Jahre betrachtet, lagen die Kosten je Behandlungsfall in Sachsen-Anhalt immer unter dem Bundesdurchschnitt.

 

Die durchschnittlichen stationären Kosten je Fall waren im Altmarkkreis Salzwedel mit knapp über 2 600 EUR je Behandlungsfall am niedrigsten und in den kreisfreien Städten Magdeburg und Halle (Saale) mit jeweils etwas über 5 600 EUR am höchsten. Diese regionalen Unterschiede sind strukturell bedingt. Sie werden vom Versorgungsangebot der ansässigen Krankenhäuser sowie von der Art und Schwere der behandelten Erkrankungen beeinflusst.

 

Weitere Informationen zum Thema Gesundheitswesen sind im Internetangebot des Statistischen Landesamtes Sachsen-Anhalt.

 

Daten im Bundesvergleich finden Sie im Internetangebot des Statistischen Bundesamtes.

 

Pressemitteilung des Statistischen Landesamtes Sachsen-Anhalt vom 18.12.2018

Zahl der stationären Krankenhausbehandlungen mit Diagnose Parkinson in Sachsen-Anhalt weiter gestiegen

Wie das Statistische Landesamt Sachsen-Anhalt zum Welt-Parkinsontag am 11. April mitteilt, wurden im Jahr 2016 insgesamt 1 965 Einwohner des Landes aufgrund einer Parkinsonerkrankung stationär in Krankenhäusern behandelt. Das waren insgesamt 1,3 Prozent mehr als im Vorjahr, aber mehr als doppelt so viele als noch im Jahr 2000. Männer waren mit 56,3 Prozent der Fälle geringfügig häufiger betroffen. Die Parkinson-Krankheit kommt fast ausschließlich im höheren Lebensalter vor. So waren im Jahr 2016 insgesamt 84,0 Prozent der Patientinnen und Patienten 65 Jahre oder älter.

 

Die Verweildauer eines Parkinsonpatienten im Krankenhaus betrug 2016 durchschnittlich 13,7 Tage und war damit einen halben Tag kürzer als im Jahr zuvor. Im Jahr 2000 lag die durchschnittliche Verweildauer noch bei 20,4 Tagen.

Mit 88 Patientinnen und Patienten je 100 000 Einwohner des Landes wurden Sachsen-Anhalterinnen und Sachsen-Anhalter in Deutschland am häufigsten aufgrund von Parkinson in einer Klinik behandelt. Mit 40 Klinikaufnahmen je 100 000 Einwohner hatte Baden-Württemberg die wenigsten Parkinsonpatientinnen und -patienten.

 

Die Parkinson-Krankheit ist eine langsam fortschreitende neurologische Erkrankung und wurde vom Londoner Arzt und Apotheker Dr. James Parkinson 1817 als Schüttellähmung in einem Buch beschrieben. Erst später wurde die Krankheit nach ihm benannt.

 

Die Parkinson-Krankheit wird durch den Mangel des Botenstoffs Dopamin im Gehirn ausgelöst, da dopaminproduzierende Nervenzellen vermehrt absterben. Die Ursachen hierfür sind weitestgehend unbekannt. Die Leitsymptome der Krankheit sind Muskelstarre, verlangsamte Bewegungen, Muskelzittern und Haltungsinstabilität.

Grafiken

Sterbefälle 2016 nach ausgewählten Todesursachen und Geschlecht (weiblich)
Sterbefälle 2016 nach ausgewählten Todesursachen und Geschlecht (weiblich)
Sterbefälle 2016 nach ausgewählten Todesursachen und Geschlecht (männlich)
Sterbefälle 2016 nach ausgewählten Todesursachen und Geschlecht (männlich)

Aktuelle Publikationen

Krankheiten der Patienten

Aktuelle Tabellen

Krankenhäuser nach Trägern und Bettenzahl in Sachsen-Anhalt seit 1991

Jahr

Kranken-
häuser

Trägerschaft

auf-
gestellte
Betten

öffentlich

freigemein-
nützig

privat

Anzahl

1991

 71

 55

 15

 1

25 572

1992

 71

 55

 15

 1

23 961

1993

 69

 54

 14

 1

22 116

1994

 69

 48

 19

 2

20 514

1995

 66

 47

 17

 2

19 617

1996

 62

 41

 19

 2

19 534

1997

 60

 38

 20

 2

18 955

1998

 59

 37

 19

 3

18 763

1999

 58

 35

 18

 5

18 689

2000

 56

 33

 17

 6

18 279

2001

 55

 33

 16

 6

18 122

2002

 54

 30

 16

 8

17 765

2003

 53

 28

 15

 10

17 378

2004

 51

 24

 15

 12

17 332

2005

 50

 23

 15

 12

17 129

2006

 50

 22

 15

 13

16 833

2007

 50

 21

 15

 14

16 745

2008

50

21

15

14

16 622

2009

50

17

17

16

16 498

2010

50

17

17

16

16527

2011

49

17

17

15

16 388

2012

49

15

17

17

16 294

2013

 48

 14

 17

 17

16 332

2014

 48

 12

 18

 18

16 236

2015

 48

 12

 18

 18

16 069

2016

 48

 12

 18

 18

15 894

2017

 48

 12

 18

 18

15 756