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Zahl der Pflegebedürftigen wächst bis 2040 weiter an

Die Zahl der pflegebedürftigen Menschen lag nach dem aktuellen Bericht zur Pflegestatistik 2023 landesweit bei 204 200 Personen und damit bei knapp 10 % der Gesamtbevölkerung.

Bis einschließlich 2040 wird die Zahl voraussichtlich auf 220 200 Pflegebedürftige ansteigen. Bei einer erwarteten Bevölkerung in Höhe von 1 828 000 Personen in 2040 entspräche dies 12 % der Gesamtbevölkerung. Trotz eines zu erwartenden Rückgangs der Bevölkerung insgesamt wird die Zahl der Pflegebedürftigen steigen, während das Arbeits­kräftepotenzial und somit auch die Zahl der für Pflegeberufe zur Verfügung stehenden Personen deutlich abnimmt (-21 %).

2023 besaßen 204 200 Personen im Bundesland einen Pflegegrad. Anhand der altersspezifischen Pflegebedürftigkeitsquoten wird deutlich, wie eng Lebensalter und Pflegebedürftigkeit dabei miteinander verknüpft sind. Unabhängig von der Leistungsart waren in der Altersgruppe der unter 60-Jährigen 8 % der Menschen pflegebedürftig. 7 % der Bevölkerung dieser Altersgruppe wurde häuslich und 1 % teil-/stationär versorgt. Ab 70 Lebensjahren stiegen die Quoten mit zunehmendem Alter immer stärker an: Bei den 70- bis unter 75-Jährigen betrug die Quote insgesamt bereits 13 %. D. h. verhältnismäßig wenige Menschen (1 % der Gesamtbevölkerung dieser Altersgruppe) waren in teil-/stationärer Pflege. Bei den 80- bis unter 85-Jährigen betrug die Quote der Pflegebedürftigen insgesamt schon 42 % (davon 5 % der Gesamtbevölkerung in dieser Altersgruppe in teil-/stationärer Pflege und 37 % in häuslicher Pflege). Von den Personen ab 90 Jahren hatten hingegen mit 99 % fast alle Personen einen Pflegegrad. In dieser Altersgruppe wurden 29 % teil-/stationär und 70 % häuslich versorgt. Neben der Tatsache, dass 2023 beinahe jede hochbetagte Person ab 90 Jahren in Sachsen-Anhalt mindestens Pflegegrad 1 hatte, nahm vor allem die Pflege von Betroffenen in der Häuslichkeit, unabhängig vom Alter, einen sehr hohen Stellenwert im Bundesland ein.

Unter der Voraussetzung, dass die altersspezifischen Pflegequoten von 2023 auch zukünftig erhalten bleiben, ergibt sich aus der 8. Regionalisierten Bevölkerungsprognose ein weiterer Anstieg der Zahl pflegebedürftiger Personen. Für das Prognosejahr 2030 wird von insgesamt 210 600 Pflegebedürftigen ausgegangen, davon 31 800 Personen in teil-/stationärer Pflege. Die Zahl der Pflegebedürftigen in teil-/stationärer Pflege wird voraussichtlich 2035 auf 32 000 Personen und bis einschließlich 2040 auf 33 900 Personen weiter ansteigen. Rund 93 % davon sind Personen ab einem Alter von 70 Jahren. Die Entwicklung der Kosten bei teil-/stationärer Pflege darf hierbei nicht außer Acht gelassen werden. Das hier angenommene Verhältnis von Pflegebedüftigen in teil-/stationärer Pflege, zu jenen in häuslicher Pflege, basiert auf dem Verhältnis von 2023 und folgt somit der impliziten Annahmen, dass die finanzielle Tragfähigkeit der Pflegekosten für die Betroffenen auch in Zukunft vorhanden ist.

Bleiben die Pflegequoten von 2023 erhalten, wird die Zahl der Pflegebedürftigen unter 70 Jahren allerdings abnehmen. Grund hierfür ist die demografische Entwicklung, wonach die Zahl der Menschen in dieser Altersgruppe insgesamt sinken wird und zudem Änderungen in der Altersstruktur der Gesellschaft zu erwarten sind. Personen mit einem Pflegegrad ab einem Alter von 70 Jahren werden hingegen weiter zunehmen. In der Gruppe der 70- bis unter 80-Jähringen wird die Zahl von 39 700 Pflegebedürftigen (2023) auf 48 500 Personen (2040) ansteigen, wovon rund 5 200 Personen voraussichtlich teil-/stationär versorgt werden müssen. In der Altersgruppe der 80- bis unter 90-Jährigen wird die Zahl der Pflegebedürftigen vor­aussichtlich bis 2030 zunächst etwas sinken, bis einschließlich 2040 jedoch wieder, aufgrund der allgemeinen Alterung der Gesellschaft und dem Eintritt der Babyboomer in diese Altersgruppe, ansteigen und den Wert von 2023 mit 94 400 pflegebedürftigen Personen übertreffen. Insgesamt wird angenommen, dass 2040 bei gleichbleibender Pflegequote von mindestens 33 900 Personen in teil-/stationärer Pflege ausgegangen werden kann. Festzuhalten ist hierbei jedoch, dass die Pflegestatistik in den letzten Jahren ein Wachstum in der Pflegequote beobachtete. Steigt die Pflegequote daher weiter an, stellen die hier berechneten Zahlen, die von gleichbleibenden Pflegequoten ausgehen, lediglich ein erwartbares Minimum an pflegebedürftigen Personen dar.