Wie das Statistische Landesamt nach neuesten vorläufigen Berechnungen des Arbeitskreises Erwerbstätigenrechnung der Länder mitteilt, verringerte sich das gesamtwirtschaftliche Arbeitsvolumen, welches die tatsächlich geleistete Arbeitszeit aller Erwerbstätigen am Arbeitsort umfasst, 2025 gegenüber 2024 um 1,4 % (Vorjahr: -0,4 %). Die Zahl der Erwerbstätigen nahm im gleichen Zeitraum um 5,3 Tsd. Personen (-0,5 %) auf 983,8 Tsd. Personen ab (Vorjahr: -0,3 %). Durchschnittlich arbeitete damit jede erwerbstätige Person in Sachsen-Anhalt 1 359 Stunden, 12 Stunden weniger als im Vorjahr. Verursacht wurde dieser Rückgang unter anderem durch die Zunahme der Teilzeitbeschäftigung bei gleichzeitiger Abnahme der Vollzeitbeschäftigung. 2025 standen außerdem 2 Arbeitstage weniger zur Verfügung.
Die Selbstständigen und mithelfenden Familienangehörigen hatten mit 1 754 Stunden eine deutlich höhere Pro-Kopf-Arbeitszeit als die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer mit 1 328 Stunden.
Die Zahl der geleisteten Arbeitsstunden entwickelte sich in der Land- und Forstwirtschaft, Fischerei (-2,8 %) und im Produzierenden Gewerbe (-3,3 %) rückläufig. Auch im Dienstleistungsbereich insgesamt (-0,7 %) gab es einen Rückgang, wobei der Bereich Öffentliche und sonstige Dienstleistungen; Erziehung, Gesundheit; Private Haushalte einen Zuwachs (+0,3 %) verzeichnete.
Die meisten Arbeitsstunden je erwerbstätige Person wurden im Baugewerbe mit 1 514 Stunden geleistet. Am kürzesten war die durchschnittliche jährliche Pro-Kopf-Arbeitszeit dagegen in den Dienstleistungsbereichen (1 323 Stunden), in denen Teilzeitarbeit und marginale Beschäftigung eine größere Rolle spielen.
Ursachen für die Unterschiede zum Bundesdurchschnitt und zwischen den Wirtschaftsbereichen sind neben verschiedenen tariflichen und individuellen Arbeitszeiten (Vollzeit-, Teilzeit-, marginale Beschäftigung), den unterschiedlichen Beschäftigungsstrukturen (abhängige und selbstständige Erwerbstätigkeit) und Wirtschaftszweigstrukturen auch die Mehr- und Kurzarbeit sowie krankheitsbedingte Ausfallzeiten und die unterschiedliche Zahl der Arbeitstage in den Bundesländern.
Die verschiedenen regionalen und strukturellen Pro-Kopf-Arbeitszeiten sind somit kein Maßstab der Intensität und Qualität der verausgabten Arbeitszeit.
Diese vom Arbeitskreis Erwerbstätigenrechnung der Länder ermittelten Zahlen beruhen auf dem Berechnungsstand des Statistischen Bundesamtes und des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der Bundesagentur für Arbeit vom Februar 2026.
Weitere Informationen und Ergebnisse zum Thema Erwerbstätigkeit können im Internetangebot des Statistischen Landesamtes Sachsen-Anhalt oder unter im Statistikportal der Statistischen Ämter des Bundes und der Länder abgerufen werden. Die lange Zeitreihe oder die Basisdaten zum Thema Erwerbstätigkeit in Sachsen-Anhalt können über die Tabellen zur Erwerbstätigkeit (13311) in der Datenbank GENESIS-Online abgerufen werden.

