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Agrar­struk­tur­er­he­bung 2023: Wachs­tum im Wan­del - Land­wirt­schaft­li­che Trends in Zah­len

Im Rah­men eines ge­mein­sa­men Pres­se­ge­sprächs stell­ten der Mi­nis­ter für Wirt­schaft, Tou­ris­mus, Land­wirt­schaft und Fors­ten Sachsen-​Anhalt, Herr Sven Schul­ze, und der Prä­si­dent des Sta­tis­ti­schen Lan­des­am­tes Sachsen-​Anhalt, Herr Mi­cha­el Rei­chelt, aus­ge­wähl­te Er­geb­nis­se der Agrar­struk­tur­er­he­bung 2023 vor.

Mi­nis­ter Sven Schul­ze: „Un­se­re star­ken land­wirt­schaft­li­chen Be­trie­be sind prä­gend für Sachsen-​Anhalt. Trotz vie­ler Her­aus­for­de­run­gen sor­gen sie tag­täg­lich dafür, dass wir hoch­wer­ti­ge und ge­sun­de Le­bens­mit­tel auf den Tisch be­kom­men. Um un­se­re viel­fäl­ti­ge und heute mehr denn je nach­hal­tig ar­bei­ten­de Land­wirt­schaft in Sachen-​Anhalt auch künf­tig zu er­hal­ten, wer­den wir die Land­wir­tin­nen und Land­wir­te wei­ter­hin best­mög­lich un­ter­stüt­zen.“

2023 gab es in Sachsen-​Anhalt 4 150 land­wirt­schaft­li­che Be­trie­be ein­schließ­lich vieh­hal­ten­de Be­trie­be ohne land­wirt­schaft­lich ge­nutz­te Flä­che. Diese ver­füg­ten über 1 152 100 ha land­wirt­schaft­lich ge­nutz­te Flä­che. Die durch­schnitt­li­che Be­triebs­grö­ße be­trug somit 277,6 ha. Damit lag Sachsen-​Anhalt deut­lich über dem Bun­des­durch­schnitt von 65,0 ha. Im Ver­gleich zu 2013 war die durch­schnitt­li­che Be­triebs­grö­ße (2013: 277,1 ha) kon­stant, da so­wohl die An­zahl der Be­trie­be (2013: 4 232) als auch die land­wirt­schaft­lich ge­nutz­te Flä­che (2013: 1 172 781 ha) leicht rück­läu­fig war.

Am häu­figs­ten hat­ten die Be­trie­be die Rechts­form Ein­zel­un­ter­neh­men (2 620), ge­folgt von Per­so­nen­ge­mein­schaf­ten/Per­so­nen­ge­sell­schaf­ten (880) und den ju­ris­ti­schen Per­so­nen (650). Ob­wohl die Be­trie­be in der Rechts­form der ju­ris­ti­schen Per­son nur 15,7 % aller Be­trie­be aus­mach­ten, be­wirt­schaf­te­ten sie 42,8 % der land­wirt­schaft­lich ge­nutz­ten Flä­che Sachsen-​Anhalts.

In Ver­gleich zu 2013 gin­gen die be­stell­ten Acker­land­flä­chen um 2,3 % auf 976 900 ha zu­rück. Dem ge­gen­über ver­grö­ßer­te sich aber zum Bei­spiel die Flä­che des Dau­er­grün­lands um 1,8 % auf 172 800 ha. Damit folg­te Sachsen-​Anhalt dem bun­des­wei­ten Trend. Deutsch­land­weit wur­den die be­stell­ten Acker­land­flä­chen um 1,6 % klei­ner (2023: 11 681 400 ha) und das Dau­er­grün­land grö­ßer (+1,8 %; 2023: 4 704 200 ha).

Die An­zahl der ge­hal­te­nen Rin­der (-19,5 %; 2023: 268 200), der Schwei­ne (-27,4 %; 2023: 895 000) und Scha­fe (-29,5 %; 2023: 62 500) war seit 2013 deut­lich rück­läu­fig. Die An­zahl der ge­hal­te­nen Hüh­ner war im be­trach­te­ten Zeit­raum bis 2023 ent­ge­gen dem Bun­des­trend (-2,8 %) um 51,6 % auf 12 963 200 Tiere ge­stie­gen.

Der Groß­trend zu mehr öko­lo­gisch ge­präg­ter Land­wirt­schaft hielt wei­ter an. 2023 gab es in Sachsen-​Anhalt 600 Be­trie­be mit öko­lo­gi­schem Land­bau (2013: 342). Im Ver­gleich zu 2013 hat sich die öko­lo­gi­sche Flä­che mehr als ver­dop­pelt (2013: 53 362 ha; 2023: 117 100 ha). Damit ist der An­teil von öko­lo­gisch be­wirt­schaf­te­ter Flä­che an der ge­sam­ten land­wirt­schaft­lich ge­nutz­ten Flä­che in dem Zeit­raum von 4,6 % auf 10,2 % an­ge­wach­sen. Auch immer mehr Be­trie­be mit Tier­hal­tung wirt­schaf­ten in­zwi­schen öko­lo­gisch. Die Zahl der Be­trie­be, die öko­lo­gi­sche Tier­hal­tung be­trie­ben, ist in den letz­ten 10 Jah­ren um 58,7 % von 189 auf rund 300 Be­trie­be ge­stie­gen. Bei der öko­lo­gi­schen Schwei­ne­hal­tung ist so­wohl die An­zahl der Be­trie­be (2013: 27; 2023: 20) als auch die der Tiere (2013: 11 422; 2023: 7 800) rück­läu­fig. Bei den Hüh­ner­hal­tun­gen ging zwar die Be­triebs­zahl zu­rück (2013: 46; 2023: 40), al­ler­dings stieg die Tier­zahl auf 310 900. Im Ge­gen­satz zur kon­ven­tio­nel­len Rin­der­hal­tung ver­dop­pel­te sich die Zahl der öko­lo­gisch ge­hal­te­nen Rin­der fast (2013: 12 382; 2023: 24 400), die Zahl der rin­der­hal­ten­den Be­trie­be war im ge­nann­ten Zeit­raum um 65,5 % auf 230 ge­stie­gen.

Als mög­li­che Re­ak­ti­on auf ver­än­der­te Wit­te­rungs­ein­flüs­se kann die ver­stärk­te Nut­zung von Be­wäs­se­rung, von Ero­si­ons­schutz der Böden oder von ver­än­der­ten Bo­den­be­ar­bei­tungs­ver­fah­ren zur Er­hal­tung der Bo­den­frucht­bar­keit ge­se­hen wer­den. Die be­wäs­ser­te Flä­che in Sachsen-​Anhalt ist um 46,7 % von 15 200 ha (2012) auf 22 300 ha (2022) im be­trach­te­ten Zeit­raum ge­stie­gen. Maß­nah­men zum Ero­si­ons­schutz wurde erst­mals in der Agrar­struk­tur­er­he­bung 2023 für die Mo­na­te Ok­to­ber 2022 bis Fe­bru­ar 2023 er­fragt. Dem­nach wur­den 94,3 % aller Acker­flä­chen in die­sem Zeit­raum mit Bo­den­ab­de­ckun­gen, am häu­figs­ten durch Win­ter­kul­tu­ren (67,1 %), als Ero­si­ons­schutz ver­se­hen. Die kon­ser­vie­ren­de Bo­den­be­ar­bei­tung (z. B. Grub­bern und Eggen, 703 400 ha) hat 2023 das Pflü­gen (192 600 ha) als häu­figs­tes Bo­den­be­ar­bei­tungs­ver­fah­ren ab­ge­löst.

Prä­si­dent Rei­chelt sagt: „An den Er­geb­nis­sen der Agrar­struk­tur­er­he­bung wird durch­aus deut­lich, dass sich die Land­wirt­schaft in Sachsen-​Anhalt durch das wach­sen­de Be­wusst­sein für öko­lo­gi­sche Ver­ant­wor­tung auch durch ge­än­der­te (Bearbeitungs-​)Tech­no­lo­gien in einem Wan­del be­fin­det ohne ihre wirt­schaft­li­che Be­deu­tung zu ver­lie­ren.“

2,6 % (1 892 Mill. EUR) be­trug der An­teil der Land­wirt­schaft an der Brut­to­wert­schöp­fung Sachsen-​Anhalts (71 622 Mill. EUR) 2023. Nur in Mecklenburg-​Vorpommern war der An­teil der Land­wirt­schaft an der Brut­to­wert­schöp­fung mit 3,7 % höher. Ins­ge­samt 20 800, über­wie­gend männ­li­che (14 400) Ar­beits­kräf­te waren in die­sem Be­reich tätig, 4 900 davon als Saison-​Arbeitskräfte.

Wei­te­re In­for­ma­tio­nen zum Thema Land­wirt­schaft fin­den Sie im In­ter­net­an­ge­bot des Sta­tis­ti­schen Lan­des­am­tes Sachsen-​Anhalt.