Pressemitteilung des Statistischen Landesamtes vom 21. September 2026
1 784 Insolvenzanträge im 1. Halbjahr 2026 in Sachsen-Anhalt
- 1 784 Anträge auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens, darunter 238 Unternehmensinsolvenzen
- Knapp 72 % aller Anträge stammten von Verbraucherinnen und Verbrauchern
- Die meisten Insolvenzanträge wurden in der Landeshauptstadt Magdeburg registriert
Halle (Saale) – Im 1. Halbjahr 2026 wurden bei den Amtsgerichten in Sachsen-Anhalt 1 784 Anträge auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens gestellt. Wie das Statistische Landesamt mitteilt, waren das 43 bzw. 2,4 % weniger Anträge auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens als im 1. Halbjahr 2025. Damit entwickelte sich Sachsen-Anhalt entgegen dem Bundestrend. Deutschlandweit stiegen die beantragten Insolvenzen im 1. Halbjahr 2026 um 3,1 % auf 66 805 an. Die voraussichtlichen Forderungen aus allen beantragten Insolvenzverfahren beliefen sich im 1. Halbjahr 2026 in Sachsen-Anhalt auf insgesamt 1 524,9 Mio. EUR.
Knapp 72 % aller Insolvenzanträge von Verbraucherinnen und Verbrauchern
71,9 % aller Insolvenzanträge wurden durch Verbraucherinnen und Verbraucher gestellt (1 283). Hinzu kamen weitere 238 Anträge von Unternehmen. Die übrigen Anträge wurden von ehemals selbstständig Tätigen, natürlichen Personen als Gesellschafterinnen und Gesellschaftern sowie aus Nachlass- und Gesamtgutinsolvenzen gestellt.
Während die Zahl der beantragten Unternehmensinsolvenzen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 9 Anträge (+4,8 %) zunahm, sank die Zahl der Anträge von Verbraucherinnen und Verbrauchern um 28. Dieser Trend setzte sich auch im Juli 2026 vor. In diesem Monat wurden 51 Insolvenzanträge durch Unternehmen (+20 im Vergleich zum Juli 2025) und 225 durch Verbraucherinnen und Verbraucher (-12 gegenüber Juli 2025) gestellt.
Bundesweit fiel der Anstieg der beantragten Unternehmensinsolvenzen im 1.Halbjahr 2026 mit einem Plus um 6,7 % auf 12 812 Anträge deutlich aus.
Brotpreise stärker gestiegen als Nahrungsmittel insgesamt
Die Preise für Brot und Brötchen sowie für Butter, Käse und Quark stiegen zwischen 2021 und 2025 stärker als die Preise für Nahrungsmittel insgesamt. Diese erhöhten sich im gleichen Zeitraum um 35,5 %. Fleisch- und Wurstwaren verzeichneten mit 19,6 % einen geringeren Preisanstieg. Auch im Jahr 2026 lag die Preisentwicklung bei Brot und Brötchen mit einem Plus um 1,4 % seit Jahresbeginn über derjenigen für Nahrungsmittel insgesamt (-0,3 %).
Methodische Hinweise:
Die Angaben stammen aus der monatlichen Statistik über beantragte Insolvenzverfahren.
Weitere Informationen:
Weitere Informationen zum Thema Insolvenzen finden Sie im Internetangebot des Statistischen Landesamtes Sachsen-Anhalt.
Die lange Zeitreihe oder die Basisdaten zum Thema Insolvenzen können über die Tabelle zur Statistik über beantragte Insolvenzverfahren (52411) in der Datenbank GENESIS-Online abgerufen werden.
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