Pressemitteilung des Statistischen Landesamtes vom 5. November 2026
Treibhausgasemissionen 2023 in Sachsen-Anhalt gesunken
- 26,3 Mio. t CO2-Äquivalente Treibhausgase emittiert
- CO2-Emissionen haben mit 90 % den größten Anteil
- Knapp 88 % der CO2-Emissionen durch fossile Energieträger
Halle (Saale) – 2023 betrugen in Sachsen-Anhalt die Emissionen an Treibhausgasen 26,3 Mio. t CO2-Äquivalente, wie das Statistische Landesamt mitteilt. Der größte Anteil der Gesamtmenge entfiel mit 78,8 % auf die energiebedingten CO2-Emissionen (20,7 Mio. t), die bei der Verbrennung fossiler Energieträger freigesetzt wurden. Die prozessbedingten CO2-Emissionen, entstanden bei chemischen Reaktionen bestimmter Produktionsprozesse, hatten 2023 einen Anteil von 10,7 % (2,8 Mio. t) an den Treibhausgasen in Sachsen-Anhalt. Durch die Anwendung von Harnstoff- und Kalkdünger verursachte die Landwirtschaft 0,5 % bzw. 0,1 Mio. t CO2-Emissionen.
10,0 % der Treibhausgasemissionen aus Emissionen von Methan, Distickstoffoxid und F-Gase
5,0 % der Emissionen an Treibhausgasen waren CH4- bzw. Methan-Emissionen (1,3 Mio. t CO2-Äquivalente), die überwiegend durch Landwirtschaft (Viehhaltung) und Abfallentsorgung emittiert wurden. Der Anteil der NO2- bzw. Distickstoffoxid-Emissionen, entstanden vor allem durch landwirtschaftliche Bodennutzung, betrug 4,1 % (1,1 Mio. t CO2-Äquivalente). F-Gase, also verschiedene fluorierte Treibhausgase, hatten einen Anteil von 0,9 % (0,2 Mio. t CO2-Äquivalente). Die verschiedenen F-Gase wurden vor allem als Kälte-, Löse- und Feuerlöschmittel eingesetzt.
Rückgang gegenüber dem Vorjahr um 7,0 %
Im Vergleich zu 2022 gingen die Treibhausgas-Emissionen um 7,0 % bzw. 2,0 Mio. t CO2-Äquivalente zurück. Den Hauptanteil stellten dabei die CO2-Emissionen, die insgesamt um 1,9 Mio. t sanken (-7,6 %). Auch die Methan- und F-Gas-Emissionen gingen im Vorjahresvergleich zurück (-3,9 % bzw. -6,0 %). Demgegenüber stiegen die NO2-Emissionen um 5,4 % bzw. + 0,1 Mio. t CO2-Äquivalente gegenüber 2022.
Treibhausgase haben sich gegenüber 1990 halbiert
Gegenüber dem Jahr 1990 reduzierten sich die Emissionen der Treibhausgase insgesamt um 55,0 % bzw. 32,1 Mio. t CO2-Äquivalente. Der Hauptanteil des Rückgangs resultierte aus dem Absinken der energiebedingten CO2-Emissionen mit -28,6 Mio. t bzw. -58,0 %. Reduzierungen gab es auch für die Methan-, Distickstoffoxid- und F-Gas-Emissionen sowie die CO2-Emissionen aus der Landwirtschaft. Demgegenüber erhöhten sich die prozessbedingten CO2-Emissionen im gleichen Zeitraum um 37,0 % bzw. 0,1 Mio. t.
Methodische Hinweise:
Treibhausgase sind gasförmige Stoffe in der Atmosphäre, die zum Treibhauseffekt beitragen und sowohl einen natürlichen als auch einen anthropogenen Ursprung haben können. Die Emissionen an Treibhausgasen werden in CO2-Äquvalenten angegeben. Dabei ist die
Klimawirksamkeit der einzelnen Gase mit ihrem spezifischen „Treibhauspotential“, dem GWP-Wert (global warming potential), auf die Wirkung der entsprechenden Menge an CO2 umgerechnet.
Weitere Informationen:
Weitere Details können den Informationen des Arbeitskreises Umweltökonomische Gesamtrechnungen der Länder unter www.statistikportal.de/de/ugrdl sowie der Regionaldatenbank entnommen werden.
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