Umwelt

Umwelt

Im Rahmen der Umweltstatistiken werden Umweltbelastungen erfasst. Es werden Daten im Bereich Wasserversorgung und Abwasserbeseitigung, der Abfallwirtschaft und Recycling, der Umweltschutzausgaben und -produkte sowie aus dem Bereich Umweltbelastungen (z. B. klimawirksame Sotffe) erfasst.

Zahlen auf einen Blick

Haushaltsabfälle
je Einwohner 2016
456,1 kg
Trinkwasserver-
brauch je Einwohner
und Tag 2016
96,8 l
Betriebe mit Investitionen für 
den Umweltschutz
2015
428

Kurz und Knapp

Im Jahr 2016 wurden in Sachsen-Anhalt 119,6 Mill. m3 Trinkwasser geliefert und 161,1 Mill. m3 Abwasser entsorgt

Im Jahr 2016 versorgten 62 Wasserversorgungsunternehmen (3 davon aus anderen Bundesländern) Sachsen-Anhalt mit 119,6 Mill. m3 Trinkwasser. Die an Privathaushalte und das Kleingewerbe gelieferten 79,3 Mill. m3 (66,3 %) ergaben nach vorläufigen Ergebnissen einen durchschnittlichen Pro-Kopf-Verbrauch der Sachsen-Anhalterinnen und Sachsen-Anhalter von 96,8 Litern Trinkwasser pro Tag. Das entsprach einem Anstieg um 4,5 % seit 2013. Nach Mitteilung des Statistischen Landesamtes wurden über ein Kanalnetz mit einer Länge von ca. 21 003 km 161,1 Mill. m3 Abwasser (einschließlich Regen­wasser) öffentlich entsorgt.

Um die öffentliche Wasserversorgung sicher zu stellen, wurden im Jahr 2016 der Natur Sachsen-Anhalts 121,5 Mill. m3 Wasser entnommen. Den größten Teil davon (98,4 %) verbrauchten die Sachsen-Anhalterinnen und Sachsen-Anhalter selbst. Etwa die Hälfte (56,9 Mill. m³) des gewonnenen Trinkwassers stammte aus Grund- bzw. Quellwasser. Der restliche Anteil wurde aus Oberflächenwasser (z. B. Talsperrenwasser) bzw. Uferfiltrat und angereichertem Grundwasser gewonnen. 99,9 % der Einwohner Sachsen-Anhalts waren im Jahr 2016 (wie bereits im Jahr 2013) vollständig bzw. teilweise an die öffentliche Wasserversorgung angeschlossen.

 

Die Entsorgung des öffentlichen Abwassers erfolgte im Jahr 2016 für 2,1 Mill. Einwohner (95,5 %) durch Sammelkanalisation. Im Jahr 2013 war dies für 94,7 % aller Einwohner der Fall. Auf dem Gebiet von Sachsen-Anhalt gab es 235 öffentliche Abwasserbehandlungsanlagen, die das Abwasser u. a. einer biologischen Behandlung unterzogen. In 186 dieser Anlagen (79,1 %) erfolgte 2016 die biologische Behandlung mit zusätzlichen Verfahrensstufen (z. B. Denitrifikation, Phosphorentfernung, gezielte Elimination von Mikroschadstoffen). Insgesamt wurden 160,3 Mill. m3 (99,5 %) des Abwassers mit einem oder mehreren der zusätzlichen Verfahren gereinigt. Zum Vergleich: bereits im Jahr 2013 wurde in allen 239 Abwasserbehandlungsanlagen das Abwasser biologisch gereinigt. In 149 dieser Anlagen (62,3 %) wurden zusätzliche Verfahren zur biologischen Reinigung eingesetzt.

 

Weitere ausführliche Angaben können dem - im Laufe des 4. Quartals 2018 - erscheinenden Statistischen Bericht entnommen werden.

 

Pressemitteilung des Statistischen Landesamtes Sachsen-Anhalt vom 23.08.18

Maschinenbau und Herstellung von Gummi- und Kunststoffwaren waren 2016 umsatzstärkster Wirtschaftszweige in der Umweltschutzwirtschaft in Sachsen-Anhalt

207 Betriebe und Einrichtungen in Sachsen-Anhalt erzielten mit Waren, Bau- und Dienstleistungen für den Umweltschutz im Jahr 2016 Umsätze in Höhe von 1,47 Milliarden EUR. Wie das Statistische Landesamt Sachsen-Anhalt mitteilt, waren dies 520 Millionen EUR (- 26,2 %) weniger als im Jahr 2015. Die umsatz-stärksten Wirtschaftszweige waren der Maschinenbau mit 273 Millionen EUR Umsatz sowie die Herstellung von Gummi- und Kunststoffwaren (272 Mill. EUR), gefolgt von der Herstellung von Glas und Glaswaren, Keramik, Verarbeitung von Steinen und Erden mit 186 Millionen EUR Umsatz.

 

Dieses Ergebnis ist zum einen auf die Anwendung von Abschneidegrenzen bei der Auswahl der Berichtspflichtigen und zum anderen auf die Verlagerung von Produktionskapazitäten eines großen Unternehmens ins Ausland zurückzuführen. Aufgrund der geänderten Auswahlkriterien ging die Anzahl der befragten Betriebe von 369 auf 207 (- 162 Betriebe) zurück. Im selben Zeitraum sank in diesem Zusammenhang die Anzahl der Beschäftigten, die die Umsätze mit Waren, Bau- oder Dienstleistungen für den Umweltschutz realisierten, von 9 117 Beschäftigte auf 8 657 Beschäftigte (- 460 Beschäftigte).

 

Im Jahr 2016 entfielen 884 Millionen EUR des erzielten Umsatzes auf Waren und Leistungen für den Klimaschutz. Dies betrifft beispielsweise Maßnahmen zur Nutzung erneuerbarer Energien (Onshore-Windkraft, Photovoltaik) und zur Verbesserung der Energieeffizienz (Wärmedämmung von Gebäuden). Im Bereich der Abwasserwirtschaft wurden 247 Millionen EUR, in der Abfallwirtschaft 157 Millionen EUR und auf dem Gebiet der Luftreinhaltung 81 Millionen EUR erwirtschaftet. Beim Schutz und Sanierung von Boden, Grund- und Oberflächenwasser erzielten die Unternehmen 48 Millionen EUR und bei der Lärmbekämpfung 40 Millionen EUR umweltschutzbezogene Umsätze.

 

Die Landeshauptstadt Magdeburg erreichte 2016 im landesinternen Vergleich mit 247 Millionen EUR Umsatz mit Waren, Bau- und Dienstleistungen für den Umweltschutz in Sachsen-Anhalt den Spitzenplatz. Es folgen die Betriebe und Einrichtungen des Salzlandkreises mit erwirtschafteten 197 Millionen EUR. Aus dem Landkreis Anhalt-Bitterfeld wurden 189 Millionen EUR umweltschutzbezogene Umsätze gemeldet.

 

Im Jahr 2016 betrug der Exportanteil in der Umweltschutzwirtschaft Sachsen-Anhalts 24 %.
Der exportstärkste Wirtschaftszweig war der Maschinenbau mit 136 Millionen EUR Auslandsumsatz und einer Exportquote von 49,8 %.

 

In Durchführung dieser Erhebung wurden 285 Betriebe und Einrichtungen in Sachsen-Anhalt befragt, von denen 207 Waren, Bau- oder Dienstleistungen für den Umweltschutz herstellten bzw. erbrachten.

 

Pressemitteilung des Statistischen Landesamtes Sachsen-Anhalt vom 23.07.18

Sachsen-Anhalter Betriebe setzten im Jahr 2016 rund 220,5 Millionen Kubikmeter Frischwasser ein

Die 745 befragten Betriebe1 in Sachsen-Anhalt setzten im Jahr 2016 insgesamt 220,5 Millionen Kubikmeter Frischwasser ein. Mit diesen Mengen könnte die Rappbode-Talsperre (Stauraum 113,1 Mill. m³) fast zweimal gefüllt werden. 156,9 Millionen Kubikmeter Abwasser wurden den Abwasserbehandlungsanlagen oder wieder direkt einem Oberflächengewässer/Untergrund zugeleitet. Die Differenz entsteht unter anderem durch Verdunstung, in die Produkte eingehendes Wasser und der Bewässerung von Pflanzen.

 

Von dem genutzten Frischwasser (220,5 Mill. m3) wurden 104,2 Millionen Kubikmeter (47,3 %) für die Kühlung von Produktions- und Stromerzeugungsanlagen eingesetzt. Für die Produktion, Bewässerung und in Produkte eingehendes Wasser benötigten die Betriebe 114,8 Millionen Kubikmeter (52,1 %). Den geringsten Anteil an der Verwendung hatten die Belegschaftszwecke mit 1,4 Millionen Kubikmeter (0,7 %).

 

Auf die Kreislaufnutzung2 entfielen 101,6 Millionen Kubikmeter (46,1 %) und hiervon wiederum wurden 64,1 Millionen Kubikmeter für Kühlzwecke genutzt und die restlichen 37,5 Millionen Kubikmeter für die Produktion. Mit 93,8 Millionen Kubikmeter (42,6 %) hielt sich die Einfachnutzung mit der Kreislaufnutzung fast die Waage. Für verschieden nacheinander erfolgende Nutzungen (Mehrfachnutzung) kamen 25,0 Millionen Kubikmeter (11,4 %) Wasser zum Einsatz.

 

Von den 745 befragten Betrieben verfügten 106 über eine eigene Abwasserbehandlung. In diesen wurden 53,2 Millionen Kubikmeter (33,9 %) Abwasser behandelt. In die öffentliche Kanalisation/Abwasserbehandlungsanlagen gelangten 20,3 Millionen Kubikmeter (13,0 %). Eine Abwassermenge von 28,1 Millionen Kubikmeter (17,9 %) wurde anderen Betrieben zugeleitet. 55,3 Millionen Kubikmeter (35,2 %) konnten direkt in ein Oberflächengewässer/Untergrund eingeleitet werden.

 

Weitere ausführliche Angaben können dem - im Laufe des 4. Quartals 2018 - erscheinenden Statistischen Bericht entnommen werden.

 

1              Betriebe, die mindestens 2 000 m³ Wasser gewinnen oder die einen Fremdbezug an Wasser von mindestens 10 000 Kubikmeter pro Jahr haben, sowie Betriebe, die mindestens 2 000 m³ Wasser oder Abwasser in Gewässer einleiten.

2              Wasser laufend umgewälzt und für denselben Zweck

 

Pressemitteilung des Statistischen Landesamtes Sachsen-Anhalt vom 08.06.2018

Grafiken

Anteile der Umweltbereiche bei den Investitionen der Betriebe für den Umweltschutz seit 2000
Anteile der Umweltbereiche bei den Investitionen der Betriebe für den Umweltschutz seit 2000
Anteile der drei Klimabereiche an den Klimaschutzinvestionen
Anteile der drei Klimabereiche an den Klimaschutzinvestionen
Gesamtinvestitionen und Umweltschutzinvestitionen bei Betrieben seit 1995
Gesamtinvestitionen und Umweltschutzinvestitionen bei Betrieben seit 1995

Aktuelle Publikation

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Aktuelle Tabellen

Trinkwasserentgelte in Sachsen-Anhalt am 01.01 des jeweiligen Jahres

Jahr

Verbrauchsabhängiges Entgelt1

Haushaltsübliches verbrauchs-
unabhängiges Entgelt1

EUR/m3 (Brutto)

EUR/Jahr (Brutto)

2008

  1,58

  98,42

2009

  1,61

  99,26

2010

  1,61

  101,16

2011

  1,61

  105,84

2012

  1,61

  105,96

2013

  1,64

  101,84

20142

  1,62

  102,20

20152

  1,62

  108,78

20162

  1,62

  108,80

Für die Gemeinden, in denen ein Versorger unterschiedliche Entgelte erhebt bzw. mehrere Versorger mit unterschiedlichen Entgelten tätig sind, werden Gemeindemittelwerte auf der Basis der Anzahl der zentral versorgten Einwohner berechnet

vorläufige Ergebnisse

Gemeindedaten sind in der XLS und PDF aufgegliedert.