Gesamtrechnungen

Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen

Die Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen (VGR) verfolgen die Aufgabe, ein möglichst vollständiges, übersichtliches und hinreichend gegliedertes quantitatives Gesamtbild des wirtschaftlichen Ablaufs einer Region für eine abgelaufene Periode zu geben.

Bei den wirtschaftlichen Tätigkeiten, die in den VGR ihren Niederschlag finden, handelt es sich im Wesentlichen um die Produktion, Verteilung und Verwendung von Waren und Dienstleistungen und die daraus resultierende Entstehung, Verteilung und Verwendung von Einkommen (sogenannte 3-Seiten-Rechnung). Eine wichtige Datenquelle der Berechnungen sind die Ergebnisse der Erwerbstätigenrechnung (ETR).

Ergebnisse der VGR für Bundesländer und Kreise werden auch durch den Arbeitskreis „Volkswirtschaftliche  Gesamtrechnungen der Länder“ unter www.vgrdl.de veröffentlicht.

Zahlen auf einen Blick

Gesamt-
rechnungen
2017 in
Mill. EUR

Bruttoinlands-
produkt in je-
weiligen Preisen
60 695
Bruttowert-
schöpfung in je-
weiligen Preisen
54 700
Davon Dienst-
leistungsbereich
36 092

Kurz und Knapp

2016 höchstes Investitionsvolumen seit 15 Jahren

Die Investitionen in neue Anlagen erreichten im Jahr 2016 in Sachsen-Anhalt nach jetzt vorliegenden Berechnungen des Arbeitskreises „Volkswirtschaftliche Gesamtrechnungen der Länder“ einen Gesamtumfang von 11,3 Mrd. EUR und damit den höchsten Stand der letzten 15 Jahre. Im Vergleich zum Vorjahr entwickelten sich die Investitionen mit einem Anstieg von 4,6 % in Sachsen-Anhalt genauso stark wie im bundesweiten Durchschnitt.

 

Wie das Statistische Landesamt Sachsen-Anhalt weiter mitteilt, floss von den insgesamt getätigten Investitionen des Jahres 2016 der größere Teil (6,7 Mrd. EUR) in die Anschaffung neuer Ausrüstungen, zu denen u. a. Maschinen, Anlagen, Fahrzeuge sowie Betriebs- und Geschäftsausstattungen zählen. Mit den restlichen 4,6 Mrd. EUR wurden neben dem Bau von neuen Gebäuden auch sonstige Bauten, wie Straßen, Brücken u. Ä. finanziert.

 

Im Jahr 2016 lag der Schwerpunkt des Investitionsgeschehens in Sachsen-Anhalt bei den Ausrüstungsinvestitionen, die sich gegenüber dem Vorjahr um 11,0 % bzw. 0,7 Mrd. EUR erhöhten. Dieser prozentuale Anstieg fiel deutlich höher aus als im Durchschnitt aller Bundesländer (+3,7 %). Maßgeblich bestimmten 2 Wirtschaftsbereiche diese positive Entwicklung in Sachsen-Anhalt. Für den Bereich Handel, Verkehr und Lagerei, Gastgewerbe, Information und Kommunikation errechnete sich mit 16,4 % der höchste prozentuale Zuwachs. Hier erreichten die Ausrüstungsinvestitionen ein Volumen von 1,3 Mrd. EUR. Im Produzierenden Gewerbe lag der Anstieg bei 15,7 %. Damit wurden in diesem Wirtschaftsbereich neue Ausrüstungen im Wert von 2,6 Mrd. EUR angeschafft.

 

Die Bauinvestitionen sanken in Sachsen-Anhalt gegenüber dem Vorjahr (-3,3 % bzw. -0,2 Mrd. EUR). Sie entwickelten sich damit entgegen dem Bundestrend von +5,6 %. Das rückläufige Ergebnis in Sachsen-Anhalt wurde wesentlich vom Investitionsverhalten im Wirtschaftsbereich Öffentliche und sonstige Dienstleister, Erziehung und Unterricht bestimmt (-23,5 %). Auch im Produzierenden Gewerbe fielen die Bauinvestitionen geringer aus als im Vorjahr (-2,3 %). Diese Einbußen konnten durch Zuwächse in den Wirtschaftsbereichen Finanz-, Versicherungs- und Unternehmensdienstleister; Grundstücks- und Wohnungswesen (+8,2 %) sowie Handel, Verkehr, Gastgewerbe, Information und Kommunikation (+26,8 %) nicht ausgeglichen werden. Wertmäßig entfielen die meisten Bauinvestitionen auf den Bereich Grundstücks- und Wohnungswesen (2,4 Mrd. EUR) gefolgt vom Wirtschaftsbereich Öffentliche und sonstige Dienstleister, Erziehung und Unterricht (1,2 Mrd. EUR).

 

Die Bruttoanlageinvestitionen, als umfassendster Investitionsbegriff, betrugen in Sachsen-Anhalt 10,9 Mrd. EUR, was einem Anteil von 1,7 % an Deutschland entsprach. Mit einem Plus von 4,5 % gegenüber dem Vorjahr blieb Sachsen-Anhalt leicht hinter der deutschlandweiten Entwicklung (+4,7 %) zurück.

 

Diese Ergebnisse haben vorläufigen Charakter und basieren auf den Berechnungen des Arbeitskreises „Volkswirtschaftliche Gesamtrechnungen der Länder“, dem auch das Statistische Landesamt Sachsen-Anhalt angehört.

 

Die Bruttoanlageinvestitionen umfassen den Erwerb von dauerhaften und reproduzierbaren Produktionsmitteln sowie selbst erstellte Anlagen und größere Wert steigernde Reparaturen. Als dauerhaft gelten diejenigen produzierten Güter, die länger als ein Jahr in der Produktion eingesetzt werden. Die Bruttoanlageinvestitionen setzen sich aus dem Erwerb neuer Anlagen und dem Saldo aus Käufen und Verkäufen von gebrauchten Anlagen zusammen.

Die neuen Anlagen gliedern sich in Ausrüstungen, sonstige Anlagen und Bauten. Zu den Ausrüstungen (einschließlich militärischer Waffensysteme) zählen Maschinen und Geräte, Betriebs- und Geschäftsausstattungen und Fahrzeuge sowie ähnliche nicht fest mit den Bauten verbundene Anlagen. Die sonstigen Anlagen umfassen Investitionen in geistiges Eigentum (Forschung und Entwicklung, Software und Datenbanken, Urheberrechte, Suchbohrungen) sowie Nutztiere und Nutzpflanzungen. Die Ergebnisse der sonstigen Anlagen werden in der Veröffentlichung mit den neuen Ausrüstungen zusammengefasst. Bei den Bauten werden neben Wohn- und Nichtwohngebäuden auch sonstige Bauten (Straßen, Brücken, Flugplätze, Kanäle u.  Ä.) und die mit Bauten fest verbundenen Einrichtungen wie Aufzüge, Heizungs-, Lüftungs- und Klimaanlagen, gärtnerische Anlagen und Umzäunungen berücksichtigt.

 

 

Ausführliche Angaben zu den Bruttoanlageinvestitionen und den neuen Anlagen können dem in Kürze erscheinenden Statistischen Bericht „Bruttoanlageinvestitionen 2009 bis 2016“ oder dem Internetangebot des Statistischen Landesamtes Sachsen-Anhalt entnommen werden. Angaben für alle Bundesländer veröffentlicht der Arbeitskreis „Volkswirtschaftliche Gesamtrechnungen der Länder“ in seiner Gemeinschaftsveröffentlichung Reihe 1 Band 3 bzw. auf der Internetseite www.vgrdl.de.

 

Pressemitteilung des Statistischen Landesamtes Sachsen-Anhalt vom 29.11.2018

Wirtschaftsentwicklung im 1. Halbjahr 2018

Das Bruttoinlandsprodukt, der Wert aller hergestellten Waren und Dienstleistungen, wuchs im 1. Halbjahr 2018 in Sachsen-Anhalt preisbereinigt um 1,0 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum. In Deutschland sowie im Durchschnitt der Neuen Bundesländer ohne Berlin nahm das preisbereinigte Bruttoinlandsprodukt im gleichen Zeitraum um 1,9 bzw. 1,7 % zu.

 

Nach Angaben des Statistischen Landesamtes Sachsen-Anhalt kamen im 1. Halbjahr 2018 in Sachsen-Anhalt positive Impulse aus dem Baugewerbe, der Energie- und Wasserversorgung sowie vielen Dienstleistungsbereichen, insbesondere dem Handel. Auch das Verarbeitende Gewerbe trug mit einer guten Umsatzentwicklung zum positiven Gesamtergebnis bei. Die gegenüber dem Bundesergebnis zurückhaltende Entwicklung des Bruttoinlandproduktes in Sachsen-Anhalt wurde neben dem schlechten Verlauf in der Land- und Forstwirtschaft, Fischerei auch durch die öffentlichen Dienstleister verursacht.

 

Nominal, d. h. unter Einbeziehung der Preisentwicklung, wurde für Sachsen-Anhalt eine Zunahme des Bruttoinlandsproduktes von 2,9 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum ausgewiesen. Deutschland sowie die neuen Bundesländer ohne Berlin verzeichneten Zuwächse von jeweils 3,7 %.

 

Mit den Veränderungsraten zum Bruttoinlandsprodukt im 1. Halbjahr 2018 gibt der „Arbeitskreis Volkswirtschaftliche Gesamtrechnungen der Länder“, dem auch das Statistische Landesamt Sachsen-Anhalt angehört, turnusgemäß seine erste Einschätzung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung in den Ländern bekannt. Über die Wirtschaftsentwicklung in den Bundesländern informiert nachstehende Tabelle.

 

Weitere Informationen zu den Ergebnissen finden Sie unter www.vgrdl.de.

 

Pressemitteilung des Statistischen Landesamtes Sachsen-Anhalt vom 24.09.18

Höhere Verfügbare Einkommen je Einwohner im Jahr 2016 in allen Landkreisen und kreisfreien Städten

Im Jahr 2016 nahm das Verfügbare Einkommen je Einwohner in Sachsen-Anhalt um 2,7 % gegenüber dem Vorjahr zu, was einem Zuwachs von knapp 500 EUR je Einwohner entsprach. Wie das Statistische Landesamt Sachsen-Anhalt mitteilt, stieg dabei das Verfügbare Einkommen je Einwohner in allen Landkreisen und kreisfreien Städten, allerdings in unterschiedlichem Maße. Die höchste Zunahme verzeichnete der Landkreis Mansfeld-Südharz mit 3,4 % (603 EUR). Die geringsten Zunahmen hatten die kreisfreien Städte Halle (Saale) und Magdeburg mit 1,6 % (265 EUR) bzw. 1,9 % (332 EUR).

 

 Jeder Einwohner von Sachsen-Anhalt verfügte im Jahr 2016 über durchschnittlich 18 648 EUR für Konsum und Sparen. Das höchste durchschnittliche Verfügbare Einkommen je Einwohner wurde dabei in den Landkreisen Börde mit 19 778 EUR, dem Saalekreis mit 19 664 und dem Jerichower Land mit 19 626 EUR und erreicht. Das geringste Verfügbare Einkommen hatten im Jahr 2016 die Einwohner der kreisfreien Stadt Halle (Saale) mit 17 218 EUR und des Landkreises Stendal mit 17 921 EUR zur Verfügung. Die Spanne zwischen dem Kreis mit dem geringsten und dem höchsten Pro-Kopf-Einkommen betrug 2 560 EUR.

 

Im Bundesdurchschnitt betrug 2016 das Verfügbare Einkommen 21 919 EUR, so dass jedem Sachsen-Anhalter lediglich 85 % des Pro-Kopf-Bundeswertes zur Verfügung standen. Dabei erreichten die Landkreise Börde, Saalekreis und Jerichower Land mit jeweils 90 % die höchste Angleichung an den bundesdeutschen Durchschnitt, während die Stadt Halle (Saale) mit 79 % den geringsten Wert aufwies.

 

Das Verfügbare Einkommen je Einwohner zeigt an, wie viel an Geld durchschnittlich jedem Einwohner der betrachteten Region für den Konsum und zum Sparen zur Verfügung steht. Es ergibt sich aus den Einkommen aus Erwerbstätigkeit und Vermögen - dem sogenannten Primäreinkommen -, indem einerseits die geleisteten Transfers (z. B. Sozialbeiträge oder Lohn- und Einkommensteuer) abgezogen und andererseits die erhaltenen Sozialtransfers (Renten, Zahlungen der Krankenversicherungen, Sozialhilfe, Kinder- und Elterngeld u. Ä.) hinzugefügt werden. Im Rahmen dieser Umverteilung wurden für die Kreise Sachsen-Anhalts die aus dem Primäreinkommen resultierenden Einkommensunterschiede insbesondere durch die empfangenen monetären Sozialleistungen abgemildert. Die Werte werden neben den wirtschaftlichen Gegebenheiten einer Region auch von den Pendlerverflechtungen mit dem Umland und der demografischen Struktur beeinflusst.  

 

Das durchschnittliche Primäreinkommen betrug in Sachsen-Anhalt 18 696 EUR je Einwohner. Die Spannweite des Primäreinkommens reichte von 21 625 EUR im Landkreis Börde bis zu 16 359 EUR im Landkreis Mansfeld-Südharz. Damit war die Spannweite des Primäreinkommens rd. doppelt so hoch wie die des Verfügbaren Einkommens.

In 8 Kreisen überstiegen die empfangenen die geleisteten Transfers, so dass das zur Verfügung stehende Einkommen über dem Einkommen aus Erwerbstätigkeit und Vermögen lag. Am deutlichsten war das mit rd. 1 800 EUR je Einwohner für den Landkreis Mansfeld-Südharz der Fall. In 6 Kreisen wurde das Primäreinkommen durch höhere geleistete als empfangene Transfers reduziert, am meisten im Landkreis Börde mit rd. 1 800 EUR je Einwohner.

 

Über detaillierte und weitergehende Ergebnisse informiert ein in Kürze erscheinender

Statistischer Bericht "Primäreinkommen und Verfügbares Einkommen der privaten Haushalte in den kreisfreien Städten und Landkreisen". Ergebnisse können auch der Internetseite des Statistischen Landesamtes unter VGR/Kreisberechnungen entnommen werden.

Regionalergebnisse für alle kreisfreien Städte und Landkreise Deutschlands veröffentlicht der Arbeitskreis „Volkswirtschaftliche Gesamtrechnungen der Länder“ im Oktober 2018 in der Gemeinschaftsveröffentlichung „Einkommen der Privaten Haushalte in den kreisfreien Städten und Landkreisen der Bundesrepublik Deutschland“.

 

Pressemitteilung des Statistischen Landesamtes Sachsen-Anhalt vom 18.09.2018

Aktuelle Publikation

Download Bericht Bruttoanlageinvestionen 2009 - 2016
Arbeitnehmerentgelt, Bruttolöhne und -gehälter in den kreisfreien Städten und Landkreisen

Aktuelle Tabellen

Bruttoanlageinvestitionen und Neue Anlagen

Jahr1

Bruttoanlageinvestitionen2

darunter: Neue Anlagen

in jeweiligen
Preisen

preisbereinigt,
verkettet

in jeweiligen
Preisen

preisbereinigt,
verkettet

Mill. EUR

Index (2010=100)

Mill. EUR

Index (2010=100)

2000

 14 408

  145,9

 14 643

  144,5

2001

 11 206

  113,7

 11 436

  113,1

2002

 10 351

  105,5

 10 596

  105,1

2003

 9 997

  102,6

 10 230

  102,2

2004

 10 279

  104,9

 10 537

  104,7

2005

 9 504

  96,6

 9 738

  96,3

2006

 9 229

  92,9

 9 491

  92,9

2007

 9 953

  97,4

 10 230

  97,4

2008

 10 133

  97,3

 10 442

  97,5

2009

 10 536

  100,4

 10 841

  100,5

2010

 10 596

  100,0

 10 891

  100,0

2011

 9 724

  89,8

 10 023

  90,1

2012

 10 962

  99,4

 11 279

  99,5

2013

 10 695

  95,4

 11 010

  95,6

2014

 10 202

  89,6

 10 545

  90,3

2015

 10 446

  90,6

 10 806

  91,3

2016

 10 916

  93,7

 11 307

  94,6

 

Berechnungsstand: August 2018

2 Bruttoanlageinvestitionen setzen sich aus dem Erwerb Neuer Anlagen und dem Saldo aus Käufen und Verkäufen von gebrauchten Anlagen und Land zusammen