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Um­welt­öko­no­mi­sche Ge­samt­rech­nun­gen

Die Umweltökonomischen Gesamtrechnungen (UGR) beschreiben die Wechselwirkungen zwischen Umwelt, Wirtschaft und Gesellschaft. Das Ziel der UGR ist die statistische Erfassung von Veränderungen im Naturvermögen, die durch wirtschaftliche Aktivitäten ausgelöst werden. Mittels hoch aggregierter Daten wird dargestellt, welche natürlichen Ressourcen durch den Menschen in einer Periode beansprucht, verbraucht, entwertet, zerstört oder wiederhergestellt werden und wie effizient Wirtschaft und Gesellschaft mit Rohstoffen, Energie und Fläche umgehen. Die UGR stellen damit statistische Grundlagen für wichtige umweltrelevante Indikatoren bereit und unterstützen die Gestaltung, Beobachtung und Überprüfung umweltpolitischer Maßnahmen der Länder. Ergebnisse für die Bundesländer werden durch den Arbeitskreis „Umweltökonomische Gesamtrechnungen der Länder“ unter www.ugrdl.de veröffentlicht.

Kurz und Knapp

Tag der Umwelt am 5. Juni 2020

2017 wurden in Sachsen-Anhalt 1 479 Tsd. t Dünger, Pflanzenschutzmittel, Saatgut und Streusalz als sogenannter dissipativer Gebrauch von Produkten an die Umwelt abgegeben. Wie der Arbeitskreis „Umweltökonomische Gesamtrechnungen der Länder“ berechnet hat, betrug der Anteil Sachsen-Anhalts an Deutschland 4,1 %.

Die Höhe des dissipativen Gebrauchs von Produkten wurde in Sachsen-Anhalt wesentlich von landwirtschaftlichen Aktivitäten bestimmt, insbesondere der Ausbringung von organischem Dünger. Dessen Menge betrug 848 Tsd. t und hatte damit einen Anteil von 57,3 % an der Gesamtausbringung.

Gegenüber 1997 hat sich die Menge des dissipativen Gebrauchs von Produkten in Sachsen-Anhalt um 7,0 % erhöht. Diese Erhöhung wurde vor allem durch die Streusalzausbringung verursacht, hier stieg der Einsatz im betrachteten Zeitraum von 54 Tsd. t auf 186 Tsd. t. Die Streusalzmenge ist allerdings stark witterungsabhängig und dadurch großen jährlichen Schwankungen unterworfen. Die Menge des ausgebrachten organischen Düngers reduzierte sich dagegen in den vergangenen 20 Jahren um knapp 10 %.

In den umweltökonomischen Gesamtrechnungen werden unter dem Begriff dissipativer Gebrauch von Produkten Materialabgaben an die Umwelt zusammengefasst, die mit Vorsatz ausgebracht werden und für die es einen ökonomischen oder gesellschaftlichen Nutzen gibt. Dazu zählen organischer und mineralischer Dünger, Pflanzenschutzmittel, Saatgut und Streusalz. Die Stoffe verbleiben in breitgestreuter Verteilung in der Umwelt.

Weitere Details können den Informationen des Arbeitskreises „Umweltökonomische Gesamtrechnungen der Länder“, dem auch das Statistische Landesamt Sachsen-Anhalt angehört, unter www.ugrdl.de entnommen werden.

Pressemitteilung des Statistischen Landesamtes Sachsen-Anhalt vom 04.06.2020

Zahlen auf einen Blick

Rohstoffe2018
Einfuhr von Gütern insgesamt 

20 924 Tsd. t

Ausfuhr von Gütern insgesamt 15 557 Tsd. t
Empfang von Gütern aus anderen Bundesländern50 930 Tsd. t
Versand von Gütern in andere Bundesländer68 012 Tsd. t

Berechnungsstand: Herbst 2020