Gesamtrechnungen

Gesundheitsökonomische Gesamtrechnung

Die Gesundheitsökonomischen Gesamtrechnungen (GGR) geben Auskunft über die Leistungsfähigkeit und wirtschaftliche Bedeutung der Gesundheitswirtschaft. Sie sind ein Satellitensystem der VGR. Die GGR halten Informationen zu Art und Umfang der erbrachten Leistungen  und der dafür eingesetzten Ressourcen bereit. Sie sind untergliedert in die Gesundheitsausgabenrechnung, die Gesundheitspersonalrechnung sowie den Wertschöpfungs-Erwerbstätigen-Ansatz. Ergebnisse für die Bundesländer werden durch die Arbeitsgruppe  „Gesundheitsökonomische Gesamtrechnungen der Länder“ unter www.ggrdl.de veröffentlicht.

Zahlen auf einen Blick

Gesundheits-
ausgaben
2016 in
Mill. EUR

Insgesamt9 954,2 
Gesetzliche
Kranken-
versicherung
6 643,8
Soziale Pflege-
versicherung
1 145,9

Kurz und Knapp

Ergebnisse der Gesundheitsausgabenrechnung 2016 für Sachsen-Anhalt

Im Jahr 2016 betrugen in Sachsen-Anhalt die Gesundheitsausgaben 10,0 Mrd. EUR, das waren 2,7 % mehr als im Jahr 2015. In Deutschland stiegen die Gesundheitsausgaben im gleichen Zeitraum um 3,8 %. Sachsen-Anhalt hatte damit 2016 unverändert einen Anteil von 2,8 % an den Gesundheitsausgaben in Deutschland.

 

Je Einwohner/-in wurden für Sachsen-Anhalt Gesundheitsausgaben in Höhe von durchschnittlich 4 442 EUR berechnet. Sachsen-Anhalt lag damit über dem Bundeswert von 4 330 EUR je Einwohner/-in. Mit 2 965 EUR je Einwohner/-in war dabei die Gesetzliche Krankenversicherung mit deutlichem Abstand der größte Ausgabenträger, gefolgt von der sozialen Pflegeversicherung mit 511 EUR. In diesen beiden Bereichen wurden zugleich die höchsten Pro-Kopf-Werte im Bundesländervergleich ausgewiesen. Demgegenüber waren die Ausgaben der Privaten Krankenversicherung mit 190 EUR je Einwohner/-in die geringsten aller Bundesländer.

 

Zu den Gesundheitsausgaben zählen alle Käufe von Waren und Dienstleistungen, die zum Zweck der Prävention, Behandlung, Rehabilitation und Pflege getätigt werden, die Kosten der Verwaltung sowie die Investitionen der Einrichtungen des Gesundheitswesens. Als Ausgabenträger werden in der Gesundheitsausgabenrechnung (GAR) alle öffentlichen und privaten Institutionen bezeichnet, die Leistungen für die Gesundheit finanzieren.

 

Die vorliegenden Berechnungsergebnisse wurden durch die Arbeitsgruppe „Gesundheitsökonomische Gesamtrechnungen der Länder“ (AG GGRdL) ermittelt. Weitere Ergebnisse für Sachsen-Anhalt sowie Ergebnisse für alle Bundesländer zur GAR können der Internet-Seite der AG GGRdL unter www.ggrdl.de entnommen werden.

 

Pressemitteilung des Statistischen Landesamtes Sachsen-Anhalt vom 10.10.2018

1,3 % Beschäftigte 2016 im Gesundheitswesen in Sachsen-Anhalt mehr als 2015

Im Jahr 2016 waren in Sachsen-Anhalt 140,3 Tausend Personen im Gesundheitswesen1 beschäftigt. Gegenüber dem Jahr 2015 bedeutete das eine Zunahme von 1,3 %. Sachsen-Anhalt hatte damit einen Anteil von 2,6 % an allen Beschäftigten im Gesundheitswesen in Deutschland.

Mehr als drei Viertel aller Beschäftigten waren in ambulanten Einrichtungen (z. B. Arztpraxen und Apotheken) sowie stationären/teilstationären Einrichtungen (z. B. Krankenhäusern und Rehabilitationseinrichtungen) tätig. Hier lag auch der Anteil der weiblichen Beschäftigten mit 85 bzw. 82 % am höchsten. Demgegenüber waren bei den Rettungsdiensten nur rund ein Viertel der Beschäftigten Frauen. 2016 waren insgesamt 111,6 Tausend Personen bzw. 79,6 % der Beschäftigten im Gesundheitswesen in Sachsen-Anhalt weiblich, womit Sachsen-Anhalt den höchsten Anteil im Bundesländervergleich hat (Bundesdurchschnitt: 75,8 %).

 

Die vorliegenden Berechnungsergebnisse wurden durch die Arbeitsgruppe „Gesundheitsökonomische Gesamtrechnungen der Länder“ (AG GGRdL) ermittelt. Weitere Ergebnisse für Sachsen-Anhalt sowie Ergebnisse für alle Bundesländer zur Gesundheitspersonalrechnung können der Internet-Seite der AG GGRdL unter www.ggrdl.de entnommen werden.

 

1 Unter Gesundheitspersonal/Beschäftigten werden hier Beschäftigungsverhältnisse verstanden, sodass Personen mit mehreren Arbeitsverhältnissen in verschiedenen Einrichtungen auch mehrfach gezählt werden; Definition Gesundheitswesen gemäß SHA (System of Health Account); nicht identisch mit Abteilung 86 der aktuellen Wirtschaftszweigklassifikation

 

Pressemitteilung des Statistischen Landesamtes Sachsen-Anhalt vom 11.07.2018

Wachstum der Gesundheitswirtschaft im engeren Sinne in Sachsen-Anhalt im Jahr 2017

Im Jahr 2017 stieg die preisbereinigte Bruttowertschöpfung der Gesundheitswirtschaft im engeren Sinne (i. e. S.) um 1,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Sie wuchs damit in 2017 geringer als im Länderdurchschnitt (2,2 %), entwickelte sich aber besser als die Bruttowertschöpfung der Gesamtwirtschaft von Sachsen-Anhalt (0,8 %).

 

In jeweiligen Preisen betrug die Bruttowertschöpfung der Gesundheitswirtschaft i. e. S. 6,7 Milliarden EUR. Sie erhöhte sich gegenüber dem Vorjahr um 3,5 Prozent. In Sachsen-Anhalt wurden 12,3 Prozent der gesamtwirtschaftlichen Bruttowertschöpfung in der Gesundheitswirtschaft i. e. S. erbracht, 0,1 Prozentpunkte mehr als 2016.

 

Erwirtschaftet wurde dieses Ergebnis im Jahr 2017 von 154,5 Tausend Erwerbstätigen der Gesundheitswirtschaft i. e. S. Gegenüber dem Vorjahr entsprach das einem Anstieg um rd. 3 Tausend Personen bzw. 2,3 Prozent, während sich die Gesamtzahl der Erwerbstätigen in Sachsen-Anhalt um 0,2 Prozent erhöhte. Der Anteil der Erwerbstätigen der Gesundheitswirtschaft i. e. S. an den gesamten Erwerbstätigen betrug 15,3 Prozent. Im Länderdurchschnitt erhöhte sich die Anzahl der Erwerbstätigen der Gesundheitswirtschaft i. e. S. um 2,5 Prozent.

 

Bei der langfristigen Betrachtung für die Jahre von 2008 bis 2017 entwickelte sich die Gesundheitswirtschaft i. e. S. deutlich dynamischer als die Gesamtwirtschaft in Sachsen-Anhalt. Die Zahl der Erwerbstätigen erhöhte sich im Betrachtungszeitraum um rd. 20 Tausend Personen bzw. 14,5 Prozent, während die Gesamtzahl der Erwerbstätigen in Sachsen-Anhalt um 2,0 Prozent bzw. 21 Tausend Personen zurückging.

 

Die Bruttowertschöpfung (in jeweiligen Preisen) der Gesundheitswirtschaft i. e. S. wuchs von 2008 bis 2017 um 2,1 Miliarden EUR. Das entsprach einer Zunahme um 45,1 Prozent, während die Gesamtwirtschaft um knapp 20 Prozent anstieg.

Die vorliegenden Berechnungsergebnisse wurden durch die Arbeitsgruppe „Gesundheitsökonomische Gesamtrechnungen der Länder“ (AG GGRdL) ermittelt. Weitere Ergebnisse für Sachsen-Anhalt sowie Ergebnisse für alle Bundesländer zur Bruttowertschöpfung und den Erwerbstätigen in der Gesundheitswirtschaft i.e.S. können der Internet-Seite der AG GGRdL unter www.ggrdl.de und den nachfolgenden Tabellen entnommen werden:

 

Die Gesundheitswirtschaft im engeren Sinn (i. e. S.) in der Abgrenzung der Arbeitsgruppe Gesundheits-ökonomische Gesamtrechnungen der Länder (AG GGRdL) berücksichtigt die Erstellung und Vermarktung jener Güter und Dienstleistungen, die der Bewahrung und Wiederherstellung der Gesundheit dienen und von den verschiedenen  Ausgabenträgern im Gesundheitswesen (z. B. gesetzliche und private Krankenversicherung oder soziale Pflegeversicherung) ganz oder teilweise erstattet werden. Den Hauptbestandteil der Gesundheitswirtschaft i. e. S. bildet das Gesundheits- und Sozialwesen mit der stationären und ambulanten Gesundheitsversorgung. Um diesen gruppieren sich zahlreiche wirtschaftliche Akteure aus dem Verarbeitenden Gewerbe, dem Handel sowie aus weiteren Wirtschaftszweigen, die mit dem Thema „Gesundheit“ verbunden sind. Nicht enthalten sind die über den Kernbereich hinausgehenden Produkte und Dienstleistungen z. B. aus den Bereichen Wellness, Nahrung, Kleidung sowie Dienstleistungen im ärztlichen (alternative Heilmethoden) oder nichtärztlichen Bereich (Präventionskurse). 

 

Pressemitteilung des Statistischen Landesamtes Sachsen-Anhalt vom 30.05.2018