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Um­welt­öko­no­mi­sche Ge­samt­rech­nun­gen

Die Umweltökonomischen Gesamtrechnungen (UGR) beschreiben die Wechselwirkungen zwischen Umwelt, Wirtschaft und Gesellschaft. Das Ziel der UGR ist die statistische Erfassung von Veränderungen im Naturvermögen, die durch wirtschaftliche Aktivitäten ausgelöst werden. Mittels hoch aggregierter Daten wird dargestellt, welche natürlichen Ressourcen durch den Menschen in einer Periode beansprucht, verbraucht, entwertet, zerstört oder wiederhergestellt werden und wie effizient Wirtschaft und Gesellschaft mit Rohstoffen, Energie und Fläche umgehen. Die UGR stellen damit statistische Grundlagen für wichtige umweltrelevante Indikatoren bereit und unterstützen die Gestaltung, Beobachtung und Überprüfung umweltpolitischer Maßnahmen der Länder. Ergebnisse für die Bundesländer werden durch den Arbeitskreis „Umweltökonomische Gesamtrechnungen der Länder“ unter www.ugrdl.de veröffentlicht.

Kurz und Knapp

Tag der Umwelt am 5. Juni 2022

2019 betrugen in Sachsen-Anhalt die Emissionen an Treibhausgasen 31,9 Mill. t CO2-Äquivalente.

Der größte Anteil an der Gesamtmenge entfiel mit rd. 3/4 auf die energiebedingten CO2-Emissionen (24,1 Mill. t), die bei der Verbrennung fossiler Energieträger freigesetzt werden. Die prozessbedingten CO2-Emissionen entstehen bei chemischen Reaktionen bestimmter Produktionsprozesse, sie hatten 2019 einen Anteil von 11,5 % (3,7 Mill. t) an den Treibhausgasen in Sachsen-Anhalt. Aus der Landwirtschaft durch die Anwendung von Harnstoff- und Kalkdünger stammen 0,6 % bzw. 0,2 Mill. t CO2-Emissionen.

5,3 % der Emissionen an Treibhausgasen waren Methan-Emissionen (CH4) (1,7 Mill. t CO2-Äquivalente), die überwiegend durch die Landwirtschaft (Viehhaltung) und Hausmülldeponien emittiert werden. Distickstoffoxid-Emissionen (NO2) entstehen durch landwirtschaftliche Bodennutzung, ihr Anteil betrug 6,0 % (1,9 Mill. t CO2-Äquivalente). Unter F-Gase werden verschiedene fluorierte Treibhausgase zusammengefasst, sie hatten einen Anteil von 1,2 % (0,4 Mill. t CO2-Äquivalente). Die verschiedenen F-Gase werden vor allem als Kälte-, Löse- und Feuerlöschmittel eingesetzt.

Im Vergleich zu 2018 gingen die Treibhausgas-Emissionen um 10,4 % bzw. 3,7 Mill. t CO2-Äquivalente zurück. Den Hauptanteil stellten dabei die CO2-Emissionen, die insgesamt um 3,1 Mill. t sanken. Den höchsten prozentualen Rückgang hatten mit -23,0 % die CH4-Emissionen (-0,5 Mill. t).

Gegenüber 1990 reduzierten sich die Emissionen der Treibhausgase insgesamt um 46,1 %. Dabei gingen die energiebedingten CO2-Emissionen um 51,4 %, die CH4-Emissionen um 59,5 % und die NO2-Emissionen um 29,2 % zurück. Die prozessbedingten CO2-Emissionen erhöhten sich im gleichen Zeitraum um 78,7 %.

Pro Kopf wurden 14,5 t Treibhausgase 2019 emittiert, 6,0 bzw. 1,6 t je Einwohnerin bzw. Einwohner weniger als 1990 bzw. 2018.

Treibhausgase sind gasförmige Stoffe in der Atmosphäre, die zum Treibhauseffekt beitragen und sowohl einen natürlichen als auch einen anthropogenen Ursprung haben können. Die Emissionen an Treibhausgasen werden in CO2-Äquvalenten angegeben. Dabei ist die Klimawirksamkeit der einzelnen Gase mit ihrem spezifischen „Treibhauspotential“, dem GWP(global warming potential)-Wert, auf die Wirkung der entsprechenden Menge an CO2 umgerechnet.

Weitere Details können den Informationen des Arbeitskreises „Umweltökonomische Gesamtrechnungen der Länder“, dem auch das Statistische Landesamt Sachsen-Anhalt angehört, unter www.ugrdl.de entnommen werden.

Pressemitteilung des Statistischen Landesamtes Sachsen-Anhalt vom 03.06.2022

Zahlen auf einen Blick

Rohstoffe2019
Einfuhr von Gütern insgesamt 

19 314 Tsd. t

Ausfuhr von Gütern insgesamt 16 01616 016 Tsd. t
Empfang von Gütern aus anderen Bundesländern49 595 Tsd. t
Versand von Gütern in andere Bundesländer65 993 Tsd. t

Berechnungsstand: Herbst 2021

Umweltbezogene Steuern ab 1994

Jahr

Umweltbezogene
Steuern insgesamt
in Mill. EUR

Umweltbezogene
Steuern insgesamt
davon
Kraftfahrzeugsteuer1
in Mill. EUR

Umweltbezogene
Steuern insgesamt
davon
Stromsteuer
in Mill. EUR

Umweltbezogene
Steuern insgesamt
davon
Mineralölsteuer/
Energiesteuer2
in Mill. EUR

1994

 1 109

  206

 -

  902

1995

 1 137

  196

 -

  941

1996

 1 178

  195

 -

  983

1997

 1 126

  200

 -

  927

1998

 1 125

  204

 -

  921

1999

 1 226

  188

  48

  989

2000

 1 301

  187

  91

 1 023

2001

 1 405

  218

  98

 1 089

2002

 1 442

  204

  133

 1 106

2003

 1 549

  190

  183

 1 176

2004

 1 535

  203

  188

 1 144

2005

 1 506

  232

  170

 1 103

2006

 1 530

  236

  186

 1 108

2007

 1 488

  231

  188

 1 069

2008

 1 473

  228

  173

 1 072

2009

 1 488

  209

  174

 1 105

2010

 1 520

  219

  170

 1 131

2011

 1 536

  215

  197

 1 124

2012

 1 533

  215

  196

 1 122

2013

 1 521

  215

  207

 1 098

2014

 1 499

  215

  192

 1 093

2015

 1 493

  222

  196

 1 075

2016

 1 495

  225

  178

 1 092

2017

 1 516

  224

  186

 1 106

2018

 1 515

  225

  178

 1 111

Berechnungsstand: Herbst 2021

1 Das Kraftfahrzeugsteueraufkommen fließt seit Juli 2009 als Einnahme dem Bundesaushalt zu. Die Länder erhalten zum Ausgleich hierfür jedes Jahr einen gesetzlich festgelegten Betrag aus dem Steueraufkommen des Bundes.

2 Bis 2005 Mineralölsteuer, ab 2006 Energiesteuer
Mit Ablösung des Mineralölsteuergesetzes durch das Energiesteuergesetz ging eine Erweiterung des bisherigen Katalogs der Steuergegenstände einher.

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