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Freiwillige Haushaltserhebungen

Durch das Statistische Landesamt Sachsen-Anhalt werden regelmäßig themenspezifische Haushaltserhebungen durchgeführt, bei denen die Auskunftserteilung durch Privathaushalte auf freiwilliger Basis erfolgt.

Jeweils 4 Jahre in Folge werden die Einnahmen und Ausgaben, die Ausstattung mit Gebrauchsgütern sowie die Wohnverhältnisse privater Haushalte im Rahmen der Laufenden Wirtschaftsrechnungen (LWR) erhoben. Einbezogen werden dabei die Haushalte fast aller sozialen Gruppierungen, so dass die LWR ein repräsentatives Bild der Lebenssituation nahezu der Gesamtbevölkerung in Sachsen-Anhalt zeichnen.

Im jeweils 5. Erhebungsjahr wird statt der LWR die Einkommens- und Verbrauchsstichprobe (EVS) umgesetzt. Thematisch orientiert sich die EVS an den LWR, geht jedoch mit einer größeren Stichprobe tiefer ins Detail. So werden unter anderem auch die Vermögens- und Schuldensituation sowie detaillierte Konsumausgaben erfasst. Die Ergebnisse der EVS bilden eine wichtige Datengrundlage insbesondere für die Armuts- und Reichtumsberichterstattung sowie für die Bemessung des regelsatzrelevanten Verbrauches im Rahmen der Grundsicherung.

Im System der amtlichen Statistik werden die Ergebnisse der LWR und der EVS über die Konsumausgaben der privaten Haushalte für die Neufestsetzung des Wägungsschemas der Verbraucherpreisstatistik verwendet und dienen als Datenbasis für die Verwendungsrechnung der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen.

Zudem findet in 10-jähriger Periodizität die Zeitverwendungserhebung (ZVE) statt. Zeitverwendungserhebungen geben Aufschluss darüber, wie Personen in unterschiedlichen Bevölkerungsgruppen und Haushaltskonstellationen ihre Zeit für verschiedene Lebensbereiche einteilen. Dem Umfang unbezahlter Arbeit, wie zum Beispiel Hausarbeit, Kinderbetreuung, Ehrenamt und freiwilligem Engagement gilt hierbei besonderes Interesse. Aber auch Informationen über die Dauer von Bildungs- oder Freizeitaktivitäten werden erhoben. Das Datenmaterial bietet sich vor allem als Grundlage für frauen- und familienpolitische Diskussionen und wissenschaftliche Untersuchungen an. Da der vollständige Tagesablauf über 24 Stunden erfasst wird, liefern Zeitverwendungserhebungen aber auch Erkenntnisse zu einer Vielzahl anderer Themenschwerpunkte wie beispielsweise zur Zeitverwendung älterer Menschen, zu Mobilität oder Arbeitszeitarrangements.

Kurz und Knapp

74 EUR im Monat für die Gesundheit

Privathaushalte in Sachsen-Anhalt gaben laut Ergebnissen der Einkommens- und Verbrauchsstichprobe 2018 monatlich 74 EUR für den Bereich Gesundheit aus. Wie das Statistische Landesamt anlässlich des Weltgesundheitstages am 7. April mitteilt, entsprach dies 3,2 % der gesamten durchschnittlichen Konsumausgaben in Höhe von monatlich 2 351 EUR pro Haushalt.

Bei den ermittelten Gesundheitsausgaben handelte es sich um Ausgaben, die nicht von den gesetzlichen oder privaten Krankenversicherungen abgedeckt werden. Hierzu gehören der private Kauf von Gebrauchs- und Verbrauchsgütern und Dienstleistungen für die Gesundheit. Enthalten sind beispielsweise alle Zuzahlungen bei Arzneimitteln, Erwerb von rezeptfreien Gesundheitsprodukten, Seh- und Hörhilfen, Hilfsmittel für die Mobilität und den Alltag, Reparatur, Miete und Instandhaltung medizinischer Produkte etc.

Gemessen an der Haushaltsgröße gaben 2-Personen-Haushalte mit 3,9 % den größten Anteil ihrer Konsumausgaben für den Bereich Gesundheit aus. Sie zahlten 103 EUR im Monat. 4-Personen-Haushalte wendeten 89 EUR und mit 2,2 % den kleinsten Anteil auf. Alleinlebende zahlten durchschnittlich 41 EUR bzw. 2,9 % ihrer Konsumausgaben für Gesundheitsprodukte.

Haushalte, in denen die Haupteinkommensperson zur Gruppe der Angestellten bzw. Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer gehörte, hatten Ausgaben von 62 EUR. Bei monatlichen Konsumausgaben von 2 694 EUR betrug der Anteil 2,3 % und war im Vergleich zu den anderen Gruppen der geringste anteilige Wert. Die Gruppe der Nichterwerbstätigen, deren Haupteinkommenspersonen Rentnerinnen und Rentner sowie Pensionärinnen und Pensionäre sind, gaben monatlich 84 EUR bzw. 4,3 % der gesamten Konsumausgaben in Höhe von 1 967 EUR für die Gesundheit aus. Den höchsten Anteil (7,1 %) hatte die Gruppe, deren Haupteinkommenspersonen Beamtinnen und Beamte sind. Die monatlichen Konsumausgaben von 4 600 EUR beinhalteten Gesundheitsausgaben in Höhe von 327 EUR.

Die Höhe des monatlichen Haushaltsnettoeinkommens war auch ein Parameter dafür, wie viel von den Haushalten für Gesundheitsausgaben zusätzlich ausgegeben wurde. Haushalte deren monatliches Haushaltnettoeinkommen zwischen 900 EUR und unter 2 000 EUR lag, gaben durchschnittlich 2,8 % aus. Haushalte mit monatlich 5 000 bis unter 18 000 EUR Nettoeinkommen gaben 3,7 % für die Gesundheit aus.

Seit der Gründung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) im Jahr 1948 findet jährlich am 7. April der Weltgesundheitstag statt. Das diesjährige Thema zur gesundheitlichen Chancengleichheit wurde nicht zuletzt wegen der Pandemie gewählt.

Methodischer Hinweis: Im Rahmen der Einkommens- und Verbrauchsstichprobe (EVS) – einer im fünfjährigen Turnus durchgeführten freiwilligen Haushaltsbefragung – wurden im Erhebungsjahr 2018 in Sachsen‑Anhalt Haushalte zu ihren Einnahmen und Ausgaben befragt.

Weitere Informationen zum Thema Freiwillige Haushaltserhebungen finden Sie im Internetangebot des Statistischen Landesamtes Sachsen-Anhalt und im Statistischen Bericht „Einnahmen und Ausgaben privater Haushalte Jahr 2018".

Pressemitteilung des Statistischen Landesamtes Sachsen-Anhalt vom 06.04.2021

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