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Natürliche Bevölkerungsbewegung

Die natürliche Bevölkerungsbewegung spiegelt die Veränderung der Bevölkerungszahl und -zusammensetzung durch Geburten und Sterbefälle wider. Die Differenz aus Lebendgeborenen und Gestorbenen eines Jahres führt dabei im Saldo zu einem Lebendgeborenen- oder Gestorbenenüberschuss, der auch als natürlicher Saldo bezeichnet wird und als Bilanz der Lebendgeborenen und Gestorbenen in die Bevölkerungsbilanz eingeht. Auch Eheschließungen und Ehelösungen sind ein Teil der natürlichen Bevölkerungsbewegung, sie wirken sich allerdings direkt nur auf die Strukturen der Bevölkerung, z.B. nach dem Familienstand, aus.

Zahlen auf einen Blick

Natürliche
Bevölkerungs-
bewegung
01.01. -
30.06.
2021*
Lebendgeborene

 7 775

Gestorbene 19 329
Geburtendefizit

-11 554

* vorläufige Zahlen

Aktuelle Publikationen

Kurz und Knapp

Übersterblichkeit an Hitzetagen

2016 bis 2020 gab es in den Sommermonaten in Sachsen-Anhalt insgesamt 86 Hitzetage mit einer durchschnittlichen Tagesmitteltemperatur von 23 °C und mehr. Dies waren etwa 19 % aller 460 Kalendertage im meteorologischen Sommer zwischen 1. Juni und 31. August. An 18 dieser Hitzetage konnte eine Übersterblichkeit festgestellt werden. Es starben insgesamt rund 500 Personen mehr als üblicherweise. Mehr als die Hälfte der Übersterblichkeit (rund 260 Sterbefälle) wurden an 9 besonders heißen Sommertagen 2018 beobachtet, an denen Tagesmitteltemperaturen bis über 29 °C erreicht wurden.

Damit stellten die mit den Hitzetagen zusammenfallenden 500 überdurchschnittlichen Sterbefälle mit rund 1 % aller rund 38 000 Sterbefälle in den Sommermonaten 2016 bis 2020 einen eher kleinen Anteil dar.

Die Analyse von statistischen Bestimmtheitsmaßen verdeutlicht, dass Zunahmen in den Tagesmitteltemperaturen der Sommertage auch mit einer signifikanten Zunahme der Sterbefälle einhergingen. Der Effekt reduzierte sich jedoch bei einer reinen Betrachtung der heißen Sommertage ab 23 °C Tagesmitteltemperatur.

Auf Basis eines linearen Regressionsmodells war erkennbar, dass in den 460 Sommertagen 2016 bis 2020 eine um 2 °C erhöhte Tagesmitteltemperatur geschätzt mit einer durchschnittlichen Zunahme von ca. 3 Sterbefällen einherging.

Aus der Betrachtung der Todesursachenstatistik lässt sich erkennen, dass an den 18 Hitzetagen mit Übersterblichkeit der Mittelwert der an Krankheiten des Kreislaufsystems Verstorbenen mit durchschnittlich 43 Verstorbenen um 16 % über dem langjährigen Tagesmittelwert von 37 Verstorbenen lag.

Unabhängig von den Tagesmitteltemperaturen starben an allen 460 Sommertagen 2016 bis 2020 insgesamt rund 750 Personen mehr als üblich. Interessant war im Umkehrschluss, dass in Sachsen-Anhalt eine erhöhte Sterblichkeit deutlich häufiger mit niedrigen Temperaturen in den Winter- und Frühlingsmonaten zusammenfällt. So starben in den Wintertagen 2016 bis 2020 rund 1 730 Personen mehr als erwartet, wobei hierbei der Dezember 2020 während der 2. Welle der Corona-Pandemie mit allein 920 Sterbefällen über dem Erwartungswert den größten Anteil beitrug. Auch in den Frühlingstagen 2016 bis 2020 starben circa 1 040 Personen mehr als erwartet.

Methodischer Hinweis: Die Temperaturdaten wurden vom Deutschen Wetterdienst an der Station Magdeburg gemessen. Dabei werden die Tagesmitteltemperaturen als arithmetisches Mittel aller jeweils zur vollen Stunde gemessenen Einzelwerte berechnet. Für die Herleitung einer üblichen Sterblichkeit wurde eine Basislinie berechnet, in der jedem Kalendertag als Erwartungswert der Durchschnittswert aus dem gleichen und den umliegenden 4 Kalendertagen der vorangegangenen 5 Jahre zugeschrieben wurde. Als Exzessschwelle für die Sterblichkeit wurde dieser Basislinienwert mit der doppelten Standardabweichung aufsummiert. Lag die beobachtete Sterbefallzahl des Kalendertages über der Exzessschwelle und hatte der Kalendertag eine Tagesmitteltemperatur von 23 °C und mehr, so wurde die Differenz zwischen Basislinienwert und beobachtetem Wert als Übersterblichkeit an Hitzetagen interpretiert.

Pressemitteilung des Statistischen Landesamtes Sachsen-Anhalt vom 11.08.2021

Grafiken

Aktuelle Tabellen

Lebendgeborene, Gestorbene und Wanderung nach Kreisen 01.01. bis 30.06.2021

Kreisfreie Stadt
Landkreis
Land

Lebend-
geborene1

Gestor-
bene1

Zuzüge
über die Kreisgrenze1

Fortzüge über die Kreisgrenze1

Dessau-Roßlau, Stadt

  258

  786

 1 120

 1 127

Halle (Saale), Stadt

 1 026

 1 765

 5 316

 5 041

Magdeburg, Landeshauptstadt

  999

 1 683

 6 147

 6 101

Altmarkkreis Salzwedel

  271

  649

 1 112

 1 140

Anhalt-Bitterfeld

  525

 1 536

 2 228

 2 208

Börde

  627

 1 313

 2 501

 2 131

Burgenlandkreis

  629

 1 867

 3 084

 2 569

Harz

  681

 1 918

 3 365

 2 872

Jerichower Land

  298

  779

 1 549

 1 251

Mansfeld-Südharz

  404

 1 403

 1 454

 1 296

Saalekreis

  650

 1 484

 3 045

 2 591

Salzlandkreis

  618

 1 905

 2 553

 2 384

Stendal

  385

 1 060

 1 278

 1 087

Wittenberg

  404

 1 181

 1 881

 1 408

Sachsen-Anhalt

 7 775

 19 329

 36 633

 33 206

1 vorläufige Ergebnisse