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Wanderungen

In der Wanderungsstatistik, auch als Statistik der räumlichen Bevölkerungsbewegung bezeichnet, wird das Beziehen der alleinigen Wohnung/ Hauptwohnung (Zuzug) bzw. Auszug aus der alleinigen Wohnung/Hauptwohnung (Fortzug) abgebildet, wobei Umzüge innerhalb derselben Gemeinde (Ortsumzüge) unberücksichtigt bleiben.

Die Gesamtwanderung besteht aus Binnen- und Außenwanderung. Zur Binnenwanderung zählen alle Zu- und Fortzüge über die Gemeindegrenzen, aber innerhalb Deutschlands, zur Außenwanderung alle Zu- und Fortzüge über die Grenzen Deutschlands. Die Gesamtwanderung führt bei den Gemeinden zu einer Veränderung des Bevölkerungsstandes. Bei Kreis- bzw. Landesangaben ist das nur der Fall, wenn es sich um Wanderungen über die Kreisgrenze bzw. die Landesgrenze Sachsen-Anhalts handelt. Die Gesamtwanderung stellt einen Gradmesser für die Mobilität dar.

Zahlen auf einen Blick

Über die
Landesgrenze
2017
Zuzüge 55 614
Fortzüge 53 695
Wanderungs-
gewinn
1 919

Aktuelle Publikation

Kurz und Knapp

Sachsen-Anhalt: 5. Jahr in Folge mit Wanderungsgewinn

Mit 1 759 Personen verzeichnete Sachsen-Anhalt 2018 das 5. Jahr in Folge einen Wanderungsgewinn über die Landesgrenze. Die jährlichen Zuzüge nach Sachsen-Anhalt stiegen seit 2008 um 64 % (2008: 34 571; 2018: 56 617), die Fortzüge lediglich um 3 % (2008: 53 137; 2018: 54 858). 2008 lag der Wanderungsverlust bei 18 566 Personen. Im Jahr 2014 gab es erstmals einen Wanderungsgewinn von 4 269 Personen. Der höchste Wanderungsgewinn wurde 2015 mit 24 457 Personen erreicht, seitdem reduzierte sich der jährliche Wanderungsgewinn auf das aktuelle Niveau.

Der Wanderungssaldo der Deutschen war über den Zeitraum 2008 bis 2018 durchweg negativ. 2018 standen 29 353 Zuzügen von Deutschen 30 674 Fortzüge gegenüber (-1 321 Personen). In den letzten Jahren kam es zu einer Verringerung der Wanderungsverluste. 2008 lagen die Wanderungsverluste bei 16 822 und waren damit mehr als 12-mal so hoch wie 2018. Dies war vor allem auf den deutlichen Rückgang der Fortzüge um 29 % vom Ausgangswert 43 098 im Jahr 2008 zurückzuführen. Gleichzeitig stiegen auch die Zuzüge von Deutschen über die Landesgrenze um 12 % an (2008: 26 276 Zuzüge).

Unter den deutschen Frauen jeden Alters gingen die Wanderungsverluste von 8 931 im Jahr 2008 auf 483 im Jahr 2018 zurück; bei den deutschen Männern reduzierten sie sich von 7 891 auf 838. Insgesamt wanderten aus Sachsen-Anhalt im betrachteten Zeitraum 38 010 deutsche Frauen (49 % Wanderungsverlustes) und 39 791 deutsche Männer (51 %) aus. Auffallend war, dass bis zum Jahr 2011 die Frauen einen stärkeren Anteil an den Verlusten hatten als die Männer.

Die Wanderungssalden waren jedoch stark altersgruppenspezifisch. So war 2018 bei Frauen (insgesamt) in der Altersgruppe 20 bis unter 30 Jahre sogar ein Plus von 71 Personen zu verzeichnen.

Zwischen 2008 und 2018 kehrten sich bei den unter 18-Jährigen, den 31- bis unter 51-Jährigen sowie den 51- bis unter 65-Jährigen die ursprünglichen Wanderungsverluste in deutliche Wanderungsgewinne um. Dabei sank bei den Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren insbesondere die Zahl der Fortzüge um 32 % (2018: 3 454), während die Zahl der Zuzüge um 14 % auf 4 121 anstieg. Bei den 31- bis unter 51-Jährigen – also denjenigen, die sich im Beruf etablieren und häufig in jungen Familien leben – kam es 2018 erstmals zu einem Wanderungsgewinn in Höhe von 390 Personen. In der Gruppe der 51- bis unter 65-jährigen Deutschen, den in der Erwerbsbiografie Fortgeschrittenen, entspannte sich der Wanderungssaldo ebenfalls. 2008 wanderten noch 604 Deutsche dieser Altersgruppe mehr aus als ein, seit dem Jahr 2015 war der Saldo ausgeglichen bis positiv. 2018 gab es einen Zuwachs um 294 Personen. Dabei ist in dieser Altersgruppe das Wachstum der Zuzüge mit 68 % bei gleichzeitigem Anstieg der Fortzüge um 11 % das höchsten unter allen Altersgruppen der Deutschen.

In den Altersgruppen der 18- bis unter 22-Jährigen, der 22- bis unter 31-Jährigen sowie der 65-Jährigen und Älteren verliert Sachsen-Anhalt seit 2008 kontinuierlich deutsche Bevölkerung durch negative Wanderungssalden. Insbesondere die 22- bis unter 31-Jährigen, also diejenigen in der beruflichen Bildungs- und Berufseinstiegsphase, trugen am stärksten zum Wanderungsverlust der Deutschen bei. 2018 lag der Verlust bei den Deutschen dieser Altersgruppe bei 1 733 Personen. Der Wanderungssaldo war seit 2008 immer negativ, die Höhe des Wanderungsverlustes verringerte sich. Er lag 2008 bei -7 234 Personen, also mehr als 4-mal so hoch wie 2018. Im betrachteten Zeitraum gingen die Fortzüge um 42 % zurück. Gleichzeitig handelte es sich um die einzige Altersgruppe unter den Deutschen, bei der auch die Anzahl der Zuzüge rückläufig war (-16 % seit 2008).

2008 wanderten 1 744 Ausländer mehr über die Landesgrenze ab als zuzogen. Seit 2010 gab es Wanderungsgewinne bei den Ausländern, die 2015 mit 27 667 ihren Höhepunkt erreichten und seitdem fallen (2018: +3 080).Trotz des deutlichen Rückgangs seit 2015 zeigte die Gesamtzahl der Zuzüge 2018 (27 264) ein Plus von 229 % im Vergleich zu 2008 (8 295 Zuzüge) auf. Die Anzahl der Fortzüge von Ausländern über die Landesgrenze war im selben Zeitraum von 10 039 auf 24 184 um 141 % angewachsen.

Seit 2010 wurden sowohl bei den Ausländerinnen als auch bei den Ausländern ein positiver Wanderungssaldo erzielt. Bis 2016 waren die ausländischen Männer maßgeblich für die positive Wanderungsbilanz der Ausländer. Seit 2017 überstieg der Wanderungsgewinn der Frauen den der Männer in der Gruppe Ausländer. Es gab zwischen 2008 und 2018 wanderungsbedingt insgesamt ein Plus von 38 328 ausländischen Männern (61 % des ausländischen Wanderungssaldos) sowie ein Plus 24 319 ausländische Frauen (39 %).

Hinsichtlich der Altersstruktur zeigte sich, dass alle Altersgruppen unter den Ausländern 2018 Wanderungsgewinne verzeichneten. 72 % des Wanderungsgewinnes waren auf die unter 31-Jährigen zurückzuführen (2 219 Personen). Gerade die Altersgruppen der 18- bis unter 22-Jährigen und der 22 bis unter 31-Jährigen trugen mit ihrem zusammengefassten Wanderungsgewinn in Höhe von 1 420 Personen deutlich zu einem Ausgleich des starken Wanderungsverlustes der Deutschen dieser Altersgruppen in Höhe von 2 095 Personen bei. Bei den unter 18-jährigen Ausländern gab es einen sehr deutlichen Zuwachs in der Anzahl der Zuzüge um 439 % im betrachteten Zeitraum (2008: 631 Zuzüge; 2018: 3 402 Zuzüge).

Insgesamt reduzierte sich die deutsche Bevölkerung durch Nettowanderungsverluste um insgesamt 77 801 Personen zwischen 2008 und 2018, während die ausländische Bevölkerung in Sachsen-Anhalt wanderungsbedingt um 62 647 Personen wuchs.

Pressemitteilung des Statistischen Landesamtes Sachsen-Anhalt vom 15.07.2019

fileadmin/Bibliothek/Landesaemter/StaLa/startseite/Daten_und_Veroeffentlichungen/Pressemitteilungen/2019/g_Juli/168-Wanderungen.pdf

Aktuelle Tabellen

Lebendgeborene, Gestorbene und Wanderung nach Kreisen 01.01. bis 30.09.2018

Kreisfreie Stadt
Landkreis
Land

Lebend-
geborene1

Gestor-
bene1

Zuzüge1

Fortzüge1

über die Kreisgrenze

Personen

Dessau-Roßlau, Stadt

  417

 1 026

 2 107

 2 125

Halle (Saale), Stadt

 1 931

 2 321

 8 670

 8 991

Magdeburg, Landeshauptstadt

 1 779

 2 475

 10 036

 9 832

Altmarkkreis Salzwedel

  493

  897

 2 071

 2 061

Anhalt-Bitterfeld

  858

 1 962

 4 319

 4 044

Börde

  973

 1 781

 4 452

 4 188

Burgenlandkreis

 1 083

 2 203

 5 105

 5 380

Harz

 1 169

 2 690

 6 434

 6 470

Jerichower Land

  517

 1 088

 2 540

 2 349

Mansfeld-Südharz

  668

 1 759

 2 548

 2 718

Saalekreis

 1 073

 1 992

 5 108

 4 851

Salzlandkreis

 1 040

 2 543

 4 207

 4 307

Stendal

  630

 1 311

 2 320

 2 577

Wittenberg

  701

 1 545

 3 060

 2 931

Sachsen-Anhalt

 13 332

 25 593

 62 977

 62 824

1 vorläufige Ergebnisse