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431 Mrd. EUR Bruttoanlagevermögen in Sachsen-Anhalt

Für Produktionszwecke standen 2019 in Sachsen-Anhalt Anlagegüter (gemessen in Wiederbeschaffungspreisen) in Höhe von 431 Mrd. EUR zur Verfügung.

Im Vergleich zum Vorjahr entsprach das einem Plus von 4,5 % bzw. 18 Mrd. EUR. Bundesweit fiel der prozentuale Zuwachs mit 5,1 % stärker aus als in Sachsen-Anhalt. Anteilmäßig befanden sich 2,1 % des in Deutschland vorhandenen Anlagevermögens in Sachsen-Anhalt. Das ergaben aktuelle Berechnungen des Arbeitskreises „Volkswirtschaftliche Gesamtrechnungen der Länder“, dem auch das Statistische Landesamt Sachsen-Anhalt angehört.

Wie das Statistische Landesamt weiter mitteilt, fiel in der Betrachtung nach Wirtschaftsbereichen der Zuwachs des Bruttoanlagevermögens im Dienstleistungsbereich (+5,0 %) am höchsten aus. Das Produzierende Gewerbe (+2,8 %) sowie die Land- und Forstwirtschaft, Fischerei (+1,3 %) blieben hinter dieser Entwicklung zurück. Im Dienstleistungsbereich kamen positive Impulse vor allem aus den Bereichen Finanz-, Versicherungs- und Unternehmensdienstleister; Grundstücks- und Wohnungswesen sowie Öffentliche und sonstige Dienstleister, Erziehung und Gesundheit, Private Haushalte. Im Vergleich mit der bundesweiten Entwicklung blieben alle 3 Wirtschaftsbereiche unterdurchschnittlich.

In Sachsen-Anhalt entfielen mit 356 Mrd. EUR 82,5 % des gesamten Bruttoanlagevermögens auf Bauten. Der Wert des Ausrüstungsvermögens betrug 75 Mrd. EUR und lag damit anteilig bei 17,5 %. Im Vorjahresvergleich entwickelte sich das Bauvermögen (+4,7 %) stärker als das Ausrüstungsvermögen (+3,3 %). Dazu trug hauptsächlich der Wirtschaftsbereich Finanz-, Versicherungs- und Unternehmensdienstleister; Grundstücks- und Wohnungswesen bei. Hier erreichte das Bauvermögen einen Wert von 178 Mrd. EUR, was einem Plus von 5,2 % gegenüber dem Vorjahr entsprach. Die verhaltene Entwicklung des Ausrüstungsvermögens war maßgeblich auf das Produzierende Gewerbe (42,5 %) zurückzuführen. In diesem Wirtschaftsbereich lag der Zuwachs lediglich bei 1,6 % bzw. 0,5 Mrd. EUR.

Das Anlagevermögen umfasst alle produzierten Vermögensgüter, die länger als ein Jahr wiederholt oder dauerhaft in der Produktion eingesetzt werden. Es gliedert sich in Ausrüstungen einschließlich militärischer Waffensysteme (Maschinen, Geräte, Fahrzeuge), sonstige Anlagen (geistiges Eigentum (z. B. Forschung und Entwicklung, Software, Urheberrechte), Nutztiere und Nutzpflanzungen) und Bauten (Wohnbauten und Nichtwohngebäude, sonstige Bauten wie Straßen, Brücken, Tunnel, Flugplätze, Kanäle und Ähnliches; einbezogen sind auch mit Bauten fest verbundene Einrichtungen wie Aufzüge, Heizungs-, Lüftungs- und Klimaanlagen). Die Berechnung des Anlagevermögens erfolgt nach der international gebräuchlichen Perpetual-Inventory-Methode, bei der davon ausgegangen wird, dass sich der heute vorhandene Kapitalbestand aus den Anlageinvestitionen der Vergangenheit zusammensetzt.

Das Anlagevermögen wird brutto und netto dargestellt. Bei Anwendung des Bruttokonzepts werden die Anlagen mit ihrem Neuwert ohne Berücksichtigung der Wertminderung ausgewiesen, während beim Nettokonzept die seit dem Investitionszeitpunkt aufgelaufenen Abschreibungen abgezogen sind. Die Kapitalproduktivität zeigt das Verhältnis zwischen Bruttoinlandsprodukt und Bruttoanlagevermögen (beides preisbereinigt).

Ausführliche Ergebnisse zum Anlagevermögen nach Wirtschaftsbereichen für alle Bundesländer veröffentlicht der Arbeitskreis „Volkswirtschaftliche Gesamtrechnungen der Länder“ in seiner Gemeinschaftsveröffentlichung Reihe 1 Band 4 „Anlagevermögen in den Ländern der Bundesrepublik Deutschland 1991 bis 2019“ bzw. auf der Internetseite www.vgrdl.de.