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36 000 erwerbstätige Europäerinnen und Europäer in Sachsen-Anhalt

79 000 Personen und damit 45 % aller 173 000 in Sachsen-Anhalt lebenden Personen mit Migrationshintergrund waren im europäischen Ausland geboren bzw. stammten deren Eltern aus dem europäischen Ausland. Damit lag der Anteil des europäischen Migrationshintergrundes 2019 deutlich unter dem Bundesdurchschnitt von 65 %. Wie das Statistische Landesamt anlässlich des Tages der Arbeit und des Auftaktes der Europawoche 2021 mitteilt, waren 36 000 dieser Europäerinnen und Europäer erwerbstätig.

Damit lag der Anteil Erwerbstätiger an allen Personen mit europäischem Migrationshintergrund bei 46 % und leicht unter dem Vergleichswert von 48 % für Personen ohne Migrationshintergrund. 33 000 Europäerinnen und Europäer konnten aus ihrer Berufstätigkeit auch ihren hauptsächlichen Lebensunterhalt bestreiten (42 %). Unter den Personen ohne Migrationshintergrund waren dies 45 %.

Die Erwerbstätigen mit europäischem Migrationshintergrund waren mit 29 % häufiger Arbeiterinnen und Arbeiter (Personen ohne Migrationshintergrund: 26 %) und mit 56 % seltener Angestellte (Personen ohne Migrationshintergrund: 60 %). Ihr persönliches Nettoeinkommen lag im Schnitt mit 1 543 EUR unter dem der Erwerbstätigen ohne Migrationshintergrund (1 805 Euro).

Erwerbstätige mit europäischem Migrationshintergrund arbeiteten deutlich häufiger an Samstagen (41 %), Sonn- und Feiertagen (29 %) und in Schichtarbeit (27 %) als die Erwerbstätigen ohne Migrationshintergrund (respektive 35 %; 20 % sowie 21 %).

Mit einem Anteil von 17 % lebten Personen mit europäischem Migrationshintergrund auch deutlich seltener von Renten und Pensionen als die Personen ohne Migrationshintergrund (32 %). Unterstützungsleistungen durch Angehörige waren für 24 % der Europäerinnen und Europäer die hauptsächliche Quelle des Lebensunterhalts (Personen ohne Migrationshintergrund: 16 %). Ein Grund dafür lag im jüngeren Durchschnittsalter der Personen mit europäischem Migrationshintergrund. Diese Europäerinnen und Europäer waren mit einem Durchschnittsalter von 39,0 Jahren fast 10 Jahre jünger als die Sachsen-Anhalterinnen und Sachsen-Anhalter ohne Migrationserfahrung (48,9 Jahre).

Das jüngere Durchschnittsalter der Personen mit europäischem Migrationshintergrund verdeutlichte sich auch im Familienstand. Sie waren mit 43 % häufiger ledig und mit zusammen 11 % seltener verwitwet bzw. geschieden (Personen ohne Migrationshintergrund: 38 % ledig; 17 % verwitwet/geschieden). Unabhängig davon war in beiden Vergleichsgruppen ein ähnlicher Anteil von 45 % (mit europäischem Migrationshintergrund) respektive 46 % (ohne Migrationshintergrund) verheiratet.

Der Anteil der Sachsen-Anhalterinnen und Sachsen-Anhaltern mit europäischem Migrationshintergrund, die über einen akademischen Berufsabschluss verfügten, lag mit 16 % auch deutlich über dem Vergleichswert für Personen ohne Migrationshintergrund (10 %). Gleichzeitig gab es jedoch mit 15 % einen mehr als doppelt so hohen Anteil an Personen mit europäischem Migrationshintergrund ohne Berufsabschluss als unter Personen ohne Migrationshintergrund (7 %).

56 000 Sachsen-Anhalterinnen und Sachsen-Anhalter waren noch selbst im europäischen Ausland geboren und nach der Geburt nach Deutschland zugewandert. Das wichtigste Zuwanderungsmotiv war dabei für 25 % von ihnen die Familienzusammenführung. Zweitwichtigstes Zuwanderungsmotiv war mit 20 % Anteil die Aufnahme einer Beschäftigung in Deutschland, wobei in 4 von 5 Fällen bereits vor der Einreise eine Stellenzusage vorlag.

Insgesamt gab es 48 000 Privathaushalte, in denen mindestens 1 Haushaltsmitglied einen Migrationshintergrund aus einem europäischen Land außerhalb von Deutschland hatte. In diesen Haushalten lebten im Durchschnitt 2,26 Personen, darunter 0,51 Kinder im Alter von unter 18 Jahren und 1,05 Erwerbstätige. Haushalte ohne Personen mit Migrationshintergrund waren mit durchschnittlich 1,85 Personen kleiner, hatten mit 0,24 Kindern nur halb so viele unter 18-jährige Kinder und waren mit durchschnittlich 0,90 Erwerbstätigen weniger am Arbeitsmarkt aktiv.

Methodischer Hinweis: Der Mikrozensus ist eine jährliche 1%ige Stichprobenerhebung der Privathaushalte. Im Mikrozensus wird der Migrationshintergrund so definiert, dass die Personen selbst oder mindestens ein Elternteil die deutsche Staatsangehörigkeit nicht durch Geburt besaßen. Unter den Personen mit Migrationshintergrund befanden sich in Sachsen-Anhalt 2019 auch 36 000 als Deutsche geborene Personen, da mindestens ein Elternteil nicht als Deutsche oder Deutscher geboren war. Ausgenommen sind Personen gemäß Bundesvertriebenengesetz.

Weitere Informationen zum Thema Mikrozensus finden Sie im Internetangebot des Statistischen Landesamtes Sachsen-Anhalt.